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[056] Kulturhaus der Mansfelder Bergarbeiter in Eisleben
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Objektbeschreibung
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1953 fertig gestelltes Kulturhaus des damaligen Mansfeld-Kombinates.

Objektbeschreibung

Kulturhaus der Mansfelder Bergarbeiter in Eisleben (Foto Weißenborn)

Der Präsident der DDR, Wilhelm Pieck, verfügte 1951, dass dem Mansfeld Kombinat die finanziellen Mittel zum Bau eines Kulturhauses in der Lutherstadt Eisleben zur Verfügung gestellt werden. Am 26. April 1953 wurde es als „Kulturhaus der Mansfelder Bergarbeiter“ seiner Bestimmung übergeben.

Es war ausgestattet mit Hörsaal, Musiksaal und Laienspielsaal und verfügte über eine Bibliothek, mehrere Zirkel- und Gesellschaftsräume sowie ein Restaurant. Als Stätte der Begegnung und Bildung, Unterhaltung und Geselligkeit bot das Haus für die damalige Zeit beste Bedingungen zur Ausführung eines regen Kultur- und Kunstbetriebes. Zirkel und Interessengemeinschaften (Nähen, Schachspielen, Fechten, Laienspiele u.a.) wurden von Tausenden Menschen besucht.

Das im Kulturhaus wirkende „Mansfelder Kulturensemble“ „Chor, Orchester, Tanzgruppe und Laienspielzirkel)“, unter der Leitung von Claus Haake, errang mit seinen künstlerischen Leistungen und zahlreichen Auftritten bis in die Mitte der 1960er hinein überregionale Bedeutung.

In der DDR bestand damals die Regel, dass bei Neu- und Umbauten von gesellschaftlichen Einrichtungen 2 % der Gesamtfinanzierung für „Kunst am Bau“ verwendet werden konnten. Davon profitierte auch das Kulturhaus. Der Maler Karl Erich Müller schuf das Wandgemälde im Laienspielsaal „Die Geschichte des Tanzes“ und die vor dem Haus aufgestellte Plastik eines Bergmannes schuf der aus Halle/S. stammende Bildhauer Heinz Bebernis.

1985 wurde der Hörsaal in eine Kunstgalerie umgebaut. Bereits seit 1949 erteilte die VVB Mansfeld an Berufskünstler Aufträge zum Schaffen von Kunstwerken im Stile des sozialistischen Realismus. Erste Porträts entstanden von Führungskräften der Mansfeld. Die Zeit des Umbruchs brauchte zwangsläufig auch neue Kunstwerke. Mit feinem Gespür, menschlich verständlich und den der Kunst eigenen Mittel sollten Probleme nachvollzogen werden, welche die Beziehungen der Menschen und ihre aktive Teilnahme an der Gestaltung der neuen Verhältnisse und Situationen widerspiegelten.

Vor allen Dingen die seit 1974 durch geführten Künstler-Plenairs im Mansfeld Kombinat trugen wesentlich zum wachsenden Bestand der Kunstsammlung bei. Am 21. November 1986 konnte die Mansfeld-Galerie mit einer feierlichen Vernissage eröffnet werden. 380 Werke zeitgenössischer Kunst umfasste 1990 die Sammlung. Sie wurde 1991 zunächst in das Mansfeld Museum Hettstedt ausgelagert und befindet sich jetzt in Rechtsträgerschaft des Landkreises Mansfeld-Südharz im neuen Kreisarchiv (in Othal).

Das Kulturhaus der Mansfelder Bergarbeiter wurde im Juni 1991 der Stadtverwaltung der Lutherstadt Eisleben als neuem Rechtsträger zur künftigen Nutzung übergeben. Ab März 1993, mit Wiedereröffnung des Kulturhauses und damit auch der Mansfeld-Galerie, fand im Haus für einige Jahre wieder ein regelmäßiger Kulturbetrieb statt und es wurden auch Kunstausstellungen durchgeführt.

Heute befindet sich das ehemalige Kulturhaus der Mansfelder Bergarbeiter in Privatbesitz. 




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