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[102] Ehemalige Bergschule in der Geiststraße 2 in Eisleben
Gliederung:
Objektbeschreibung
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Zeittafel

1901 begonnener Neubau der Bergschule mit einem Schulmuseum, eingerichtet vom „Traditionsverein der Bergschule Eisleben e.V.“. Bemerkenswert und unter Denkmalsschutz stehend ist die Buntglasmalerei in der 1953 eingerichteten Aula der ältesten Bergschule Deutschlands.

Objektbeschreibung

Ehemalige Bergschule nach der Renovierung 2006 (Foto M. Hauche)
Als Ende des 19. Jh. viele Gebäude der Lutherstadt Eisleben durch vom umgehenden Bergbau hervorgerufenen Senkungserscheinungen in Mitleidenschaft gezogen wurden, musste auch das Gebäude der Bergschule in der Sangerhäuser Straße geräumt werden.

Die notwendige Umquartierung in das ehemalige Schlafhaus der Kupferschiefer bauenden Mansfeldschen Gewerkschaft an der Krughütte, später Zentrallabor, konnte nur eine vorübergehende Lösung sein. So kam es mit Unterstützung vieler Institutionen zu einem Neubau in der Geiststraße.

Am 18. Juli 1901 begann man mit dem Ausheben der Fundamentgruben. Die Vollendung eines ersten Bauabschnittes im Dez. 1901 gab Veranlassung feierlich einen Schlussstein in der Mitte des Erdgeschosses des Hauptbaues einzusetzen. Berghauptmann Dr. Fürst begleitete dieses Ritual mit den Worten:

„Arbeitstage voll rüstiger Plage – das sind die besten von allen Festen.“

Nach einer einfachen Umzugsfeier am 20. März 1903 konnte die Schule von ihrem neuen Gebäude, dem repräsentativen Klinkerbau im Stil der Neorenaissance, Besitz ergreifen.

Der Monumentalbau, der von einem Uhrtürmchen gekrönt wird, ist architektonisch stark gegliedert und verfügt über ein stattliches Portal und einen schmückenden Erker.

Zu Füßen der ehemaligen Bergschule liegt das Areal einer Autowerkstatt. Zur Zeit des Baus war hier eine Grünfläche gestaltet, die aus dem ehemaligen Friedhof des benachbarten Heilig-Geist-Stiftes hervorgegangen war. Es gelang den Bauherren nicht die Grünfläche aufzukaufen, um die bauliche Wirkung der Schule zur ganzen Geltung kommen zu lasen.

In den Jahren 1935, 1952/53 und 1961 erfuhr die Schule mehrere bauliche Erweiterungen. 1945 – 1948 war der Schulbetrieb in Nachwirkungen des II. Weltkrieges unterbrochen. Die Schule wurde von der sowjetischen Besatzungsmacht genutzt.

1952 erhielt die Bergingenieurschule, wie sie sich seit 1948 nannte, den Namen „Bergbauingenieurschule „Fritz Himpel“. 1957 wurde der Name auf „Berg- und Hütteningenieurschule Fritz Himpel“ erweitert.

1968, mit dem Auslaufen der Bergbautätigkeit im Mansfelder Revier, vollzog sich eine Umprofilierung der Schule zur „Fachschule für Elektrotechnik und Maschinenbau“. In den 80er Jahren zählte die Schule um die 800 Direkt- und 600 Fernstudenten. 1991 erhielt die Ausbildungseinrichtung wiederum ein neues Profil – sie wurde als Fachschule für Technik und Wirtschaft den berufsbildenden Schulen zugeordnet.

Der letzte Ingenieurjahrgang verließ das Haus am 14. Juli 1993.

1994 richtete der 1990 gegründete „Verein zur Förderung von Technik und Wirtschaft e.V.“ - der seit 1999 den Namen „Traditionsverein der Bergschule Eisleben e.V.“ trägt - ein Schulmuseum ein, dass über die Entwicklung der ältesten Bergschule Deutschlands anschaulich informiert.

Bemerkenswert und unter Denkmalsschutz stehend ist die Buntglasmalerei in der 1953 eingerichteten Aula. 



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