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[051] St. Andreas-Kirche in Eisleben
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Objektbeschreibung
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Zeittafel

Pfarrkirche der Eislebener Altstadt aus dem 15. Jahrhundert mit Grabdenkmälern der Mansfelder Grafen.

Objektbeschreibung

St. Andreas-Kirche (Foto: Sauerzapfe)
„Die dreitürmige, massige St. Andreas-Kirche, Pfarrkirche der Eisleber Altstadt, bildet das dominante Bauwerk des Marktes und der gesamten Altstadt. Die spätgotische Kirchenhalle wird im Westen von einem doppeltürmigen Bau und im Osten von einem dreischiffigen Chor abgeschlossen.

Langhaus und Chor werden von einem hohen Satteldach zusammengefasst. Im Laufe des 15. Jh. wurden nacheinander die beiden achteckigen Westürme, der polygonal geschlossene Hauptchor und das dreischiffige Langhaus sowie die beiden mehrseitig geschlossenen, ursprünglich kürzer geplanten Nebenchöre erbaut.

Der mächtige Nordturm, 1462 bis 1486 wahrscheinlich – wie der Rote Turm in Halle – als Wahrzeichen der städtischen Macht von der gerade im 15. Jh. heftig um ihre Selbständigkeit kämpfende Eisleber Bürgerschaft errichtet, wurde erst in den Jahren 1714 bis 1723 durch den barocken oktogonalen Oberbau mit hoher Laterne vollendet.

Von einem Vorgängerbau des 13. Jh. stammen der ungegliederte Unterteil des Westbaues mit zwei Rundfenstern, die Pfeilerreste in den jetzigen Triumphbogenpfeilern und wahrscheinlich auch Teile des aufgehenden Mauerwerks im Hauptchor.

Der Innenraum der Kirche wirkt durch das auffallend breite Mittelschiff gedrungen. Er wird von Kreuzrippengewölben überspannt, die vermutlich nach dem Brand von 1498 erneuert worden sind. Ein Sterngewölbe schmückt das Hauptchorjoch, ein Netzgewölbe den südlichen Nebenchor.

Zu den bedeutenden Leistungen der mitteldeutschen Spätgotik gehört der monumentale vierflügelige Schreinaltar (gegen 1500, Aufsatz 1911) einer mitteldeutschen, unter fränkisch-nürnbergischem Einfluss stehenden Werkstatt. Von besonderer Qualität sind die Gemälde auf den Altarflügeln. Berühmtheit erlangte die spätgotische Kanzel, die s.g. Lutherkanzel (Anfang des 16. Jh. mehrfach verändert) mit ihren gemalten Heiligengestalten und Arabesken. Von einem spätgotischen Chorgestühl (um 1530 von Gabriel Tuntzel) haben sich 10 Rücktafeln mit reich verschlungenem Astwerk und Schriftbändern sowie eine Wange mit der Meisterinschrift erhalten.

Eine bedeutende Stellung unter den Ausstellungsstücken nehmen die größtenteils den Mansfelder Grafen zugehörigen Grabdenkmälern in den Nebenchören ein, so ein eigenartiger, doppelseitig bearbeiteter Grabstein, die Ritzgrabplatte der Äbtissin Oda von Hadmersleben und Helfta (gest. 1351), die eindrucksvolle, einen Höhepunkt der mitteldeutschen Renaissanceplastik bildende Tumba des Grafen Hoyer VI. (1541 von Hans Schlegel), die aufwendige Tumba des Grafen Bruno II. (gest. 1615). Von einem der Cranach-Werkstatt nahestehenden Meister (vermutlich Hans Döring) stammt der Epitaph für Elisabeth Franke (gest. 1517) mit der Beweinung Christi. Erwähnung verdienen ferner die Bronzebüsten Luthers und Melanchthons von Gottfried Schadow (1817).“

Aus: Mansfelder Land, Akademie-Verlag Berlin, 1982



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