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[047] Mundloch des Froschmühlenstollens
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1698 bei Eisleben begonnener Stollen zur Wasserhaltung. Endet nach 13,6 km bei Klostermansfeld.

Objektbeschreibung

Landrat Sommer und der Geschäftsführer des Vereins MBH e.V. Leuchte 2003 vor der neuen Namenstafel des Foschmühlenstollens (MansfeldBand2)
Die Auffahrung des Froschmühlen-Stollens wurde an seinem Mundloch bei einem Höhenniveau von 97,07 m über NN im August 1698 begonnen und zunächst querschlägig, d.h. nach Südwesten, in Richtung auf das Ausgehende des Kupferschiefers zu, in der Regel im Profil von 1,3 x 2,3 m vorangetrieben.

Der Stollen erreichte nach 19 Jahren (1717) und vielen Schwierigkeiten beim Durchörtern des wasserreichen und druckhaften Gebirges (Buntsandstein, Pleistozän) bei etwa 3 300 m das Kupferschieferflöz.

Auf dem Weg dorthin wurden 37 Lichtlöcher niedergebracht. Das Lichtloch 37, das letzte vor dem Erreichen des Kupferschieferflözes, das südlich der Bahnlinie Halle/Eisleben liegt, hat bereits 130 m Teufe. In diesem Bereich wurden bereits bei der Auffahrung salzige Wässer angetroffen.

Auf die vielen Probleme mit dem querschlägigen Teil des Froschmühlen-Stollens weist auch die Tatsache hin, dass man bereits 1756 begann, den Erdeborner Stollen als Ersatz für den damals schon in schlechtem Zustand befindlichen Froschmühlen-Stollen aufzufahren. Dort traten aber ähnliche Schwierigkeiten auf, so dass man sich letztlich für den Erhalt des Froschmühlen-Stollens entschied.

Der querschlägige Teil des Stollens ist vollständig in Mauerung gesetzt. Dies ist bei der weiteren Auffahrung wegen des standfesteren Gebirges nicht generell so.

Mit dem Erreichen des Kupferschieferflözes erfolgte ein Schwenk der Auffahrungsrichtung nach Norden. Der Stollen hatte jetzt neben der Aufgabe der Wasserabführung den Aufschluss der Lagerstätte zu erbringen, also das Kupferschieferflöz für den Abbau zugänglich zumachen. Der Vortrieb wurde deshalb so geführt, dass der Kupferschiefer in der Regel im Stollen sichtbar war. Außerdem wurde die Stollensohle in das Liegende geritzt, damit sich Wasserabführung und Abbautätigkeit nicht gegenseitig behindern.

Der Froschmühlen-Stollen wurde unter wechselnden Bedingungen allmählich immer weiter nach Norden vorangetrieben. Er erreichte schließlich eine Gesamtlänge von 13,6 km und endete im Raum Klostermansfeld einige hundert Meter östlich vom Lichtloch 81. Der Vortrieb wurde hier 1858 eingestellt. Der Stollen lag an seinem Endpunkt bei etwa 108 m über NN und damit saiger rund 11 m höher als das Mundloch.

Insgesamt wurden auf den Froschmühlen-Stollen 81 Lichtlöcher mit fortlaufender Numerie-rung geteuft. Die größte Teufe bis zum Kupferschiefer erreichten die Lichtlöcher 80 und 81 mit 153 und 145 m. Einige dieser Schächte wurden bedeutende Produktionsanlagen, wie das Lichtloch 81/I, an dessen Standort noch die Schächte 81/II und 81/III bis zur 2. Sohle 305 m Teufe erreichten und bis etwa 1910 förderten.

Das Lichtloch 81/II wurde noch bis 1969 als Fahr- und Wetterschacht genutzt. Zu dieser Schachtgruppe am Ostrand von Klostermansfeld gehört mit 1,9 Mill. m³ Inhalt auch die imposanteste, derzeit aber im Abbau befindliche Halde, an einem Lichtloch des Froschmühlen-Stollens.

Einige weitere Lichtlöcher wurden zusätzlich mit Namen von verdienten Berg- oder Hüt-tenbeamten benannt, wie das LL 74 (Bückling-Schacht), das LL 75 (Ottiliae-Schacht) oder das Lichtloch 76 (Eckart-Schacht).

Des weiteren ist bekannt, dass schon relativ zeitig versucht wurde, auch unterhalb des Froschmühlenstollens Abbau zu treiben. So wurde beispielsweise schon 1739 im Bereich des Lichtloches 45 mit der sog. Helftaer Kunst der 1. Tiefbau unter dem Stollen angelegt. 1750 folgte im Lichtloch 51 die Kreutzweger und 1785 im Lichtloch 64 die Mendesche Kunst.

Nicht unerwähnt bleiben soll, dass mit dem Froschmühlenstollen die im Raum Wimmelburg beim Anfahren der Wimmelburger Schlotten angetroffenen salzigen Schlottenwässer abgeführt wurden. Sie waren die Ursache für den allmählichen Anstieg des Salzgehalts im Süßen See, so dass dieser bald salzigere Wässer enthielt als der Salzige See.

Der Froschmühlenstollen verlor einen Teil seiner Bedeutung für die Entwässerung der Grubenbaue im Südteil der Mansfelder Mulde mit der Inbetriebnahme des im Niveau 25 m tiefer angesetzten Schlüsselstollens im Jahr 1879. Er war aber bis in die jüngste Zeit ein wichtiger Bestandteil des seit Anfang dieses Jahrhunderts allmählich aufgebauten Systems zur Wassergewinnung aus bergbaulichen Anlagen, das der Versorgung von Bevölkerung und Industrie des Mansfelder Landes mit Trink- und Brauchwasser diente. Die am Mundloch des Froschmühlen-Stollens errichtete Pumpstation förderte aus dem Stollen über Jahrzehnte über 1 m³/min, bis 1970 mit der Einspeisung von Fernwasser der Bedarf an diesem harten Wasser zurückging. Weitere Entnahmestellen im Verlauf des Stollens waren die Pumpstationen W-Schacht (Wimmelburg) und Schmid-Schacht (Helbra). Wegen des Rückgangs des Verbrauchs bei der Bevölkerung und der Industrie und wegen der hohen Wasserhärte wurde die Wasserförderung Ende 1992 vollständig eingestellt.

Die Abflussmenge am Mundloch in die Vorflut schwankt heute in Abhängigkeit vom Witterungsgeschehen zwischen 2 und 3 m³/min. Der Froschmühlen-Stollen ist auch heute noch als Zirkulationsweg für die Wässer aus dem Raum Klostermansfeld bis zum Mundloch durchgehend wirksam.

Es ist auch heute noch weitestgehend befahrbar. Dies trifft aber nicht zu für den querschlägigen Teil zwischen Mund-loch und Lichtloch 37. Hier ist infolge der Senkungstätigkeit im Senkungsgebiet Helfta der Stollen so weit abgesenkt, dass der gesamte Querschnitt wassererfüllt ist.

Der Stollen wird auch weiterhin als Zeugnis des Bergbaus wirksames Mittel zur Erhaltung stabiler hydrologischer Verhältnisse in diesem Raum sein müssen.




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