Home arrow Objekte arrow [045] Romonta GmbH Amsdorf

Website übersetzen

[045] Romonta GmbH Amsdorf
Gliederung:
Objektbeschreibung
Zahlen und Fakten
Informationen für Besucher
Zeittafel

1905 errichtete Montanwachsfabrik in Wansleben. Auch heute noch weltgrößter Erzeuger von Rohmontanwachs aus Braunkohle.

Objektbeschreibung

ROMONTA ist der weltgrößte Erzeuger von Rohmontanwachs, einem fossilen Wachs auf pflanzlicher Basis, welches aus der wachsreichen Braunkohle des unternehmenseigenen Tagebaues Amsdorf gewonnen wird. Rohstoffquelle bildet die Oberröblinger Braunkohlenmulde, eine vor etwa 55 Millionen Jahren entstandene Braunkohlenlagerstätte am Rande des  Teutschenthaler Sattels, welche  durch eine besondere bitumenreiche und extraktionsfähige Braunkohle charakterisiert ist. Der Teutschenthaler Sattel ist eine Aufpressung des Staßfurt-Steinsalzes.

Luftbild der Romonta GmbH (Festschrift aus dem Jahr 2002)
Ansicht der ROMONTA GmbH-Anlagen als Luftbild aus nördlicher Richtung. Im linksseitigen Teil ist das Kraftwerk der Fabrik zu sehen. Rechtsseitig befinden sich die Fabrikanlagen der Wachserzeugung sowie weitere Nebenanlagen. Im Hintergrund breiten sich die Tagebauanlagen der Braunkohlengewinnung aus. Im Vordergrund im Bereich der Anschlussbahn und der Landstraße Amsdorf-Unterröblingen befinden sich die Freilichtausstellungen der Technikgeschichte des Unternehmens.

Als Besonderheit der deutschen und europäischen Braunkohlenveredlungsindustrie wird am Industriestandort Amsdorf seit über 100 Jahren Rohmontanwachs nach einem Patent des Hamburger Chemikers Edgar von Boyen in ständig verbesserter Produktionstechnologie, heute in einem modernen High-Tech-Verfahren, für Abnehmer in der ganzen Welt hergestellt.

ROMONTA Amsdorf – der Name steht heute für das führende Forschungszentrum der Technologie der Rohmontanwachserzeugung und –anwendung in der Welt.

Bei den Rohmontanwachsprodukten unterscheidet man zwischen der Direktanwendung der dunklen Wachse, so u. a. in der Putz- und Pflegemittelindustrie, als Präzisionsgusswachs und als Zusatzmittel in der Gummi-, Kabel-, Plaste-, Bitumen- und Asphaltindustrie und in der Anwendung von hellen, gebleichten Wachsen, welche in mannigfaltigen Anwendungsfällen bis hin zur kosmetischen Industrie zum Einsatz kommen.

Im unternehmenseigenen Kraftwerk, welches nach dem günstigen Wirkungsprinzip der Kraft-Wärme-Kopplung arbeitet, wird die extrahierte vom Wachs befreite Kohle energetisch zur Bereitstellung von Prozessdampf und für die Erzeugung von Elektroenergie verwertet.

Seit dem Jahr 2004 wird dort in einem separaten Dampferzeuger eine thermische Verwertung von Abfällen aus Haus- und Gewerbemüll rationell und für kommunale Anbieter kostengünstig umgesetzt.

Der in den Jahren 1993 – 1996 mit einem Investitionsaufwand von über 100 Millionen € umfassend modernisierte Unternehmensverbund, bestehend aus Tagebau, Wachsfabrik und Industriekraftwerk, im Jahr 2001 durch Management-Buy-Out erfolgreich zweitprivatisiert, ist heute mit über 400 Mitarbeitern ein zuverlässiger Motor der wirtschaftlichen Entwicklung in der Region Mansfelder Land.

Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts existierten im Oberröblinger Braunkohlenrevier mehrere Unternehmen, die Braunkohle gewannen und mittels chemischer Verfahren teilweise veredelten. Darunter befanden sich kleinere Anlagen, die Bitumenwachse mit relativ geringen Wirkungsgraden herstellten.

Die erste Montanwachsfabrik größeren Produktionsvolumens nahm 1922 in Amsdorf die Produktion auf. Bei ihrer Inbetriebnahme war sie die größte und modernste Anlage zur Montanwachsgewinnung. Seit dieser Zeit ist Amsdorf führendes Zentrum in der Entwicklung moderner Technologien zur Montanwachsgewinnung.



Verwandte Themen
  1. [212] Aussichtspunkt Tagebau Amsdorf
  2. [026] Gottesbelohnungshütte, später Kupfer - Silber - Hütte
  3. [078] Schacht Niederröblingen, später Bernard-Koenen-Schacht
  4. [042] Vitzthumschacht, später Ernst-Thälmann-Schacht
  5. Der Beginn der Teufarbeiten des Dittrichschachtes am 31. Juli 1907