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[078] Schacht Niederröblingen, später Bernard-Koenen-Schacht
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Großschachtanlage des Sangerhäuser Reviers mit zwei Schächten (Niederröblingen und Nienstedt). Abbaubeginn war 1958. Bis 1990 wurde Erz gefördert.

Objektbeschreibung

Bernard-Koenen-Schacht 1 im Jahre 1992 (Foto Spilker)

Der Bernard-Koenen-Schacht 1 als Hauptschacht der Grube wurde unter dem Namen Schacht Niederröblingen auf der Grundlage umfangreicher Erkundungsarbeiten durch Tiefbohrungen am 02.01.1952 mit einem Durchmesser von 6 m auf dem Schachtplanum bei +136,7 m NN angehauen.

1956 erreichte man bei 692,2 m die Endteufe (Schachtsumpf). Das einzige Füllort liegt bei 666,4 m Teufe in der 8. Sohle. Der Schacht steht in Mauerung.

Durchteuft wurden:

  • bis 1,0 m Mutterboden
  • bis 292,5 m Buntsandstein (Zuflüsse bis 2 m³/min)
  • bis 692,2 m Zechstein (mit 289,5 m Staßfurt-Steinsalz u. 5,2 m Werra- Steinsalz, Füllort im Oberen Werra-Anhydrit)

Am 19.06.1959 erfolgte in der 8. Sohle der Durchschlag zum B.-Koenen-Schacht 2 in Nienstedt (Flucht-, Wetterschacht, Bergeförderung), am 19.01.1961 im Niveau der 6. Sohle zum Thomas- Münzer-Schacht in Sangerhausen (Flucht-, Wetterschacht).

Der Abbau begann am 01.09.1958 im Flügel 1 in der 9. Sohle, damals noch in Sonderbewetterung, mit der Huntestreb-Technologie im Bogenstreb. Modernere Abbauverfahren führte man nach und nach ein, so 1959 die Strebförderung mittels Plattenband und Einschienenförderer, 1960 den Geradstreb, 1969 den vollmechanisierte Schälschrapperstrebabbau. Ab 1979 wurde vereinzelt der Strebbruchbau praktiziert.

Zum Grubenfeld gehörten außerdem folgende Schächte:

  • B.-Koenen-Schacht 2 (geteuft 1956 – 1961 mit 6 m Ø als Flucht- und Wetterschacht und zur Bergeförderung, Endteufe 871 m, Füllorte in der 10. und in der 8. Sohle)
  • Schacht Mönchpfiffel (geteuft 1974 – 1979 als gebohrter Schacht mit 2,5 - 5,6 m Ø als Wetter- und Fluchtschacht und 556,2 m Teufe / Füllort 10. Sohle)
  • Schacht Holdenstedt (geteuft 1986 – 1988 als gebohrter Schacht mit 3,8 m Ø, Teufen bei 340,3 m eingestellt.

Die Halde entstand im Zeitraum zwischen dem Teufbetrieb und der nachfolgenden Produktion bis 1990. Sie weist eine Höhe von etwa 125 m über Gelände auf und enthält auf ca. 14 ha Fläche etwa 7 Mio. m³ Gestein.

Aus dem Grubenfeld der gesamten Schachtanlage „B. Koenen“ wurden insgesamt 13,935 Mio. t Erz mit einem Metallinhalt von 315,8 Tt Kupfer und 1579 t Silber gefördert.

Die Belegschaftsstärke lag 1967 bei max. 4700 Personen und nahm in den 80er Jahren auf etwa 3700 ab.

Das Grubenfeld wies bei Einstellung des Abbaus am 10.08.1990 eine abgebaute Flözfläche von 14,2 Mio. m² mit etwa 6,3 Mio. m³ Hohlraum auf. Die Verwahrung des Grubenfeldes erfolgte durch

  • Absperrung gegenüber dem Grubenfeld des Schachtes Sangerhausen durch einen Betondamm (8 MPa Druckaufnahme, 1991)
  • Absperrung des Schachtes Mönchpfiffel gegenüber dem Grubenfeld durch einen Betondamm (8 MPa Druckaufnahme) zur Verhinderung des Austritts des Flutungsmediums nach über Tage wegen Lage der Rasensohle etwas unter Druckniveau im Karstwasserleiter
  • Errichtung von 13 Dämmen im Grubenfeld zur Verhinderung unkontrollierter Zirkulation des Flutungsmediums (Verhinderung der Auflösung von Steinsalz) - Teufen von 3 Bohrungen ins Grubenfeld zur Einleitung von Wasser aus dem Vorfluter und zur Kontrolle des Vorgangs (1993)
  • Verfüllung der Schächte unter Einbau von Tonsperren gegen vertikale Wasserzirkulation (1991- 1993) - Flutung der Grubenräume (1994-1996)

Heute wird das Betriebsgelände von einem Bergbau- und Tiefbauunternehmen genutzt.



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