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[001] Schmid-Schacht
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Schacht mit bis heute erhaltenem Fördergerüst am südlichen Ortsrand von Helbra der bis 1860 Erz förderte und dann der Wasserhaltung diente.

Objektbeschreibung

Schmidschacht in Helbra (Foto Sauerzapfe)
Der Schacht ist nach dem Hüttenmeister und Bergschullehrer Carl Schmid (1790 - 1845) benannt.

Er wurde von 1844 bis 1846 geteuft. Angesetzt bei einer Geländehöhe von 255 m über NN und in einer lichten Weite von 2,5 x 4,4 m, ist er als rechteckiger Schacht bis zur Endteufe von 184 m (+71 m NN) niedergebracht und ausgemauert. Bei seiner Endteufe erreichte er den Kupferschiefer. Mit dem Schacht wurden durchteuft:

  • bis 2 m Quartär (Mutterboden, Sande, Tone)
  • bis 75 m Unterer Buntsandstein (Tonstein, Sandstein)
  • bis 184 m Zechstein (Anhydrite bzw. Gipse, Kalkstein, Kupferschiefer)

In den Gesteinen des Zechsteins behinderten Schlotten und so starke Wasserzuflüsse die Teufarbeiten, dass die Wässer aus dem Schacht über eine Vorbohrung in eine unter den Schacht vorgetriebene Strecke abgeleitet werden mussten.

Der Erzförderung diente er von 1844 bis 1860.

Bis zur durchgängigen Inbetriebnahme des Schlüsselstollens im Jahre 1879 wurden die im Schmid-Schacht anfallenden Wässer durch Pumpen gehoben. Der Pumpenantrieb zwischen über Tage stehender Dampfmaschine und unter Tage eingebauter Pumpe erfolgte über Pumpengestänge. Damit wurden später auch Fahrkünste für die Belegschaft angetrieben.

Nach 1879 entfiel die Wasserhebung zunächst (Ableitung über den Schlüsselstollen), bis man etwa Anfang des 20. Jahrhunderts begann, die unter Tage anfallenden Wässer zur Wasserversorgung der Hütten und der Bevölkerung zu nutzen. So förderte der Schmid-Schacht bis 1992 ein hartes (ca. 50° dH) Trink- und Brauchwasser. Nach 1992 erfolgte die Versorgung aller Abnehmer nur noch mit Fernwasser aus dem Rappbode-System.

Die geförderten Mengen lagen im Schnitt in der Größenordnung von etwa 500 m³/Tag. Die Wässer wurden unter Tage weitestgehend aus dem Froschmühlen-Stollen und dem Glückaufer Stollen den Pumpen zugeführt. Der Schlüssel-Stollen diente diesem Zweck wegen seiner Salzwasserführung nicht.

Die Befahrung des Schachtes erfolgte mittels eines Förderkorbes für 2 Personen, der seilgeführt von einer Trommelfördermaschine bewegt wurde. Bis 2006 wurde der Schmid-Schacht für die Kontrolle von Teilen des Schlüsselstollens, der bis zum Bolze-Schacht per Kahn befahren wird, und des Wasserstandes in der bis zum Niveau des Schlüsselstollens gefluteten Mansfelder Mulde offen gehalten. Im Jahr 2006 wurde der Schacht durch Verfüllung verwahrt. Das Fördergerüst und die Betriebsgebäude sollen zur Erinnerung an den Kupferschieferbergbau erhalten werden.




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