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[095] Hermannschächte
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Zeittafel

Schachtanlage im südöstlichen Teil der Mansfelder Mulde in der Nähe von Helfta (Ortsteil der Lutherstadt Eisleben). Die Schächte förderten von 1901 bis 1924.

Objektbeschreibung

Die Hermannschächte etwa 1910, im Vordergrund der Bahnhof Helfta (Sammlung Dr. König)

Die Hermannschächte dienten dem Aufschluss der Kupferschieferlagerstätte im südöstlichen Teil der Mansfelder Mulde. Zu dieser Bergwerksanlage gehörten zwei Schächte.

Der Namensgeber dieser Schachtanlage, Hermann Schrader (1855 bis 1940), war in den Jahren 1900 bis 1908 Ober-Berg- und Hüttendirektor der Mansfeldschen Kupferschiefer bauenden Gewerkschaft.

Die Abteufarbeiten des Hermannschachtes I erfolgte in den Jahren 1899 bis 1901. Sie verliefen ohne größere Probleme. Der Hermannschacht I wies bei einem Durchmesser von 4 m eine Teufe von 340 m bis in das Niveau der 4. Sohle auf. Bereits im Jahr 1901 konnte die Erzproduktion aufgenommen werden.

Nach Aufnahme der Produktion zeigte es sich, dass ein zweiter Schacht zur Verstärkung der Wetterführung und zur Erhöhung der Förderkapazität notwendig war. Der Schacht II wurde in den Jahren 1906 bis 1908 in unmittelbarer Nähe des Schachtes I abgeteuft. Er hatte eine Teufe von 380 m.

Der Füllort des Hermannschachtes II befand sich im Niveau der 5. Sohle. Beide Schächte waren ausgemauert. Die maximale Belegschaftsstärke der Hermannschächte betrug ca. 3000 Mann.

Mit den elektrisch betriebenen Fördermaschinen der Hermannschächte hielt die Elektroenergie Einzug in den Kupferschieferbergbau. Auch die Erzseilbahn von den Hermannschächten zu der Eisleber Krughütte wurde elektrisch angetrieben.

Das Hermannschächter Baufeld wies eine geringe Kupferführung auf. Weiterhin besaß es durch seine Lage am Südrand der Mansfelder Mulde eine geringe Ausdehnung. Im Jahr 1924 wurden die Hermannschächte in Folge von Rationalisierungsmaßnahmen stillgelegt.

1931 sprengte man die Fördergerüste und nutzte die Schächte zur Bewetterung. Die Verfüllung erfolgte 1971. Die Halde der Hermannschächte wurde bereits zur DDR-Zeit durch das Braunkohlenwerk Röblingen abgefahren. Die Haldenberge wurden zur Stabilisierung der Gleise im Tagebau verwendet. Nach der Wende begann die Gewinnung von Haldenmaterialien als Baustoffe für den Wege- und Straßenbau.



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