Home arrow Objekte arrow [090] Clotildeschacht, später Max-Lademann-Schacht

Website übersetzen

[090] Clotildeschacht, später Max-Lademann-Schacht
Gliederung:
Objektbeschreibung
Zahlen und Fakten
Informationen für Besucher
Zeittafel

Schachtanlage am nordwestlichen Rand von Eisleben, Teufbeginn war 1879. Die Erzförderung ist 1964 eingestellt worden.

Objektbeschreibung

Blick auf die Südhalde des Schachtes aus Richtung Wolfschacht. Im Vordergrund die Siedlungen Gerbstedter- und Helbraer Straße. Rechts oberhalb der Halde ist ein Teil der Schlackenhalde der Krughütte zu erkennen. (Foto U. Weißenborn)

Am nordwestlichen Rand der Lutherstadt Eisleben begann man am 4. August 1879 mit dem Abteufen eines neuen Schachtes. Er ist nach der Ehefrau des damaligen Ober-Berg- und Hüttendirektors der Mansfeldschen Kupferschiefer bauenden Gewerkschaft Ernst Leuschner auf den Namen Clotilde getauft.

Das Niederbringen des ca. 460 m tiefen Schachtes gestaltete sich auf Grund von starken Wasserzuflüssen äußerst schwierig und langwierig. Mehrfach mussten die Abteufarbeiten unterbrochen werden. So z.B. im Jahr 1882, als ein Wassereinbruch in die Schachtröhre erfolgte. Zur Abführung der beim Schachtabteufen anfallenden Wässer fuhr man in 27 m Tiefe vom Schacht aus eine Wasserabführungsstrecke zum nahegelegenen Vorfluter, der Glume, auf.

Am 9. Juli 1885 vernichtete ein Brand die gesamte Übertageanlage. Erst am 1. Mai 1902, also 23 Jahre nach Beginn der Abteufarbeiten, konnte der erste Wagen Erz gefördert werden.

In den Jahren 1903 und 1904 wurde die Glume verrohrt, um das Glumetal für die Aufschüttung der Südhalde des Clotildeschachtes zu nutzen.

Mit einer Belegschaftsstärke von ca. 650 bis 1100 Mann zählte der Clotildeschacht zu den kleineren Kupferschieferschächten. Die Umbenennung des Clotildeschachtes in Max-Lademann-Schacht erfolgte am 20. Mai 1951. Max Lademann war ein ehemaliger Funktionär der KPD.

Bedingt durch die speziellen Lagerstättenverhältnisse im Grubenfeld des Max-Lademann-Schachtes musste ein besonderes Abbauverfahren, der Kurzgeradstreb (Schießerstreb) entwickelt werden. Der Max-Lademann-Schacht stellte am 5.12.1964 seine Produktion ein. In den letzten Betriebsjahren wurde besonders ein Fäuleabbau (Gewinnung von kupferhaltigem Zechsteinkalk) betrieben.

Die Verfüllung der Schachtröhre erfolgte im Jahr 1969. Danach nutzte der Automatisierungsbetrieb des VEB Mansfeld Kombinates Wilhelm Pieck das ehemalige Schachtgelände.

Die bereits zur DDR-Zeit begonnene Rückgewinnung und Aufbereitung des Bergematerials der Nordhalde als Baustoff für den Wege- und Straßenbau wurde nach der Wende fortgesetzt. Inzwischen ist die Nordhalde völlig abgebaut.

Das Haldenplateau der Südhalde ist begrünt.

Nach der Wende siedelten sich mehrere Firmen auf dem ehemaligen Schachtgelände an.



Verwandte Themen
  1. [064] Otto-Schächte
  2. Max Lademann
  3. [095] Hermannschächte
  4. [097] Dittrichschacht , später Fortschrittschacht II
  5. [005] Hohenthal-Schacht, später Hans-Seidel-Schacht