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Mansfelder Berg- und Hüttenkleidung
Gliederung:
Die Kleidung um das Jahr 1200
Die Kleidung um das Jahr 1550
Die Kleidung um das Jahr 1750
Die Kleidung um das Jahr 1769
Die Kleidung um das Jahr 1800
Die Kleidung um das Jahr 1814
Die Kleidung um das Jahr 1840
Die Kleidung um das Jahr 1857
Die Kleidung um das Jahr 1900
Die Kleidung um das Jahr 1925
Die Kleidung um das Jahr 1930
Die Kleidung um das Jahr 1934
Die Kleidung um das Jahr 1950

Im Jahre 1988 wurde vom Mansfeld-Kombinat eine kleine Broschüre  mit dem Titel "Mansfelder Berg- und Hüttenkleidung" veröffentlicht. Das Büchlein ist auf der Grundlage von Texten und Zeichnungen von Otto Spitzbarth entstanden. Die Texte für die Ausgabe wurden damals von Dr. phil. Günter Fischer neu bearbeitet und für das Büchlein gekürzt. Der hier zu findende Artikel greift sowohl auf diese Veröffentlichung aus dem Jahr 1988 als auch auf das von Otto Spitzbarth bereits 1978 verfasste Manuskript zurück. Die folgenden Texte lehnen sich dabei mehr an die ursprüngliche Fassung von Spitzbarth an. Dieses Manuskript mit dem Titel "Von den Bergmännischen Trachten im Mansfelder Kupferschieferbergbau 1200 - 1950" beinhaltet, neben für die Broschüre aus dem Jahr 1988 verwendeten Texten zu den Abbildungen, auch eine kurze Abhandlung zur Historie der Berg- und Hüttenkleidung im Mansfelder Revier. Dieser lesenswerte Text (im Spitzbarth´schen Manuskript als "Teil I" bezeichnet) ist, ebenso wie der folgende Beitrag (im Spitzbarth´schen Manuskript als "Teil II" bezeichnet), auch als pdf-Datei verfügbar.

 

Von den Bergmännischen Trachten im Mansfelder Kupferschieferbergbau 1200 – 1950 (Otto Spitzbarth - Sangerhausen 1978)

 

Die Kleidung um das Jahr 1200

Nappian und Neucke um 1200

Diese

„zweene Berghewer, deren einer Necke oder Neucke - der andere Napian geheißen - die ersten Schiffern gelanget"

treten uns hier in diesen beiden Steinfiguren in ihrer ganzen Dürftigkeit entgegen. (Anmerkung: Für die Namen der beiden Knappen existieren verschiedene Schreibweisen. Heute am gebräuchlichsten sind "Nappian" und "Neucke".) Beide liegen, statt auf der linken, auf der rechten Seite und bearbeiten das Gestein mit ihren schweren Keilhauen. Nappian trägt einen Grubenkittel. Dieser, weit und blusig, wird durch einen Gürtel zusammengehalten. Der Kopf ist durch die am Kittel angeschlossene Gugel geschützt. Die langen Ärmel bedecken dabei die Hände bis zur Hälfte. Ebenso reichen die Beinkleider halb über die Füße. Das Fahrleder vermissen wir hier noch.

Anders sein Kamerad Neucke. Diesen bedeckt ein langer, kuttenartiger Kittel, an welchem ebenfalls die den Kopf schützende Kappe angeschnitten ist. Die Füße sind unbekleidet; wahrscheinlich bedingt dadurch, dass die Arbeit auf dem nassen Liegenden eine solche recht unangenehm machen dürfte, sofern diese Tätigkeit überhaupt als angenehm zu bezeichnen wäre, wie die schmerzlich verzogenen Mienen der Beiden vermuten lassen.

 

 

(Fotos: Presse-Foto Giebel / Mansfeld-Archiv)

 

Hauer und Schmelzer um 1200

Die beiden Steinfiguren zeigten uns zwar die ersten Mansfelder Bergleute als Häuer. Die Keilhaue ist, bedingt durch die Enge des Strebes, nur kurz. Das Geleucht primitiv; eine Unschlittkerze in ein Stück gespaltenes Holz geklemmt. Da sie ihre gewonnenen Schiefern selbst verhütteten, sei mir (Otto Spitzbarth) hier die Darstellung des Neucke als Schmelzer gestattet. Der lange Kittel schützt ihn vor Hitze und Funkenflug und hat sich in seiner Form bis in unsere Zeit in der Asbestkleidung der Hüttenwerker erhalten. Der Holztrog enthält die „Ofenspeise“ und der Schlackenhaken hat auch bis heute noch seinen Platz im Emblem der Hüttenleute.

 




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