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Exkursion Mansfelder Haldenlandschaften
Gliederung:
Vorbemerkungen
Station 1- Schlossberg Mansfeld
Station 2 - Kleinhalden bei Klostermansfeld
Station 3 - Flachhalden 19. u. 20. Jahrh.
Station 4 - Brandhalde Glückhilf-Schacht
Station 5 - Haldenkomplex Otto-Brosowski-Schacht

Station 5 - Der Haldenkomplex des Otto-Brosowski-Schachtes 

Abb. 7: Die Spitzkegelhalde des Paul-/Otto-Brosowski-Schachtes (Foto König)
 

Die Landschaft im nordöstlichen Teil der Mansfelder Mulde wird durch den Haldenkomplex des Otto-Brosowski-Schachtes (bis 1951 Paul-Schacht) mit seiner Spitzkegelhalde geprägt. Die Teufarbeiten wurden am 21. August 1900 aufgenommen. Der Schacht war mit einer Endteufe von 829,7 m nicht nur der tiefste Schacht in der Mansfelder Mulde, sondern im gesamten südöstlichen Harzvorland.

Der Schacht ging 1908 in Förderung, die bis 1969 andauerte. Schon im Jahre 1909 erreichte die Schachtanlage eine Belegschaftsstärke von 1000 und zu Beginn des Ersten Weltkriegs bereits von 3000 Mann. Der Haldenbetrieb des Schachtes wurde 1942 mit einem Höhenförderer ausgerüstet. Die Höhe der Halde, die sich über eine Fläche von rd. 24,0 ha erstreckt, beträgt ca. 104 m. Die Spitzkegelhalde wurde auf einer rd. 28 m hohen Flachhalde aufgeschüttet. Das aufgeschüttete Bergematerial besitzt ein Volumen von ca. 5,8 Mio. Kubikmeter. Auf der Ausschlägehalde befinden sich ca. 0,496 Mio. t Schiefer.  

Abb. 8: Die Schießanlagen des Gerbstedter Schützenvereins auf dem Haldengelände (Foto König)
 

Der Schacht wies auf Grund seiner Lage zur Steinsalzverbreitungsgrenze eine hohe hydrogeologische Gefährdung auf. Besonders starke, das Bergwerk und die gesamte Mansfelder Mulde gefährdende Wassereinbrüche erfolgten in den Jahren 1952 und 1958. Der letztgenannte Einbruch war mit etwa 2000 m³/min nach der Wassermenge der größte in der Geschichte des Mansfelder Bergbaus. Anfang der 1960er Jahre setzte die Stilllegung der Schachtanlagen im Revier der Mansfelder Mulde ein. Der letzte Schacht war der Otto-Brosowski-Schacht im Dezember 1969. Er wurde im Jahre 1970 als einer der ersten Mansfelder Schächte verfüllt.

Der Haldenkomplex des Schachtes erstreckt sich über eine Fläche von 22,8 ha und weist eine Höhe von 104 m über Geländeoberkante auf.

Der Gerbstedter Schützenverein e.V., der Eigentümer des Haldenkomplexes ist, pflegt auch die bergmännischen Traditionen an diesem montanhistorisch bedeutsamen Standort.  

 

Die Exkursionsbeschreibung kann als pdf-Datei heruntergeladen werden.




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