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Exkursion Mansfelder Haldenlandschaften
Gliederung:
Vorbemerkungen
Station 1- Schlossberg Mansfeld
Station 2 - Kleinhalden bei Klostermansfeld
Station 3 - Flachhalden 19. u. 20. Jahrh.
Station 4 - Brandhalde Glückhilf-Schacht
Station 5 - Haldenkomplex Otto-Brosowski-Schacht
 

Station 3 - Die Flachhalden des 19. und 20. Jahrhunderts

Ein Beispiel für die Vielzahl der Flachhalden des 19. und 20. Jahrhunderts mit Berge- und Ausschlägehalden ist die Bergwerksanlage des ehemaligen Zirkel-Schachtes. Der 495 m tiefe Schacht war von 1891 bis 1927 in Betrieb. Von dieser ehemaligen Bergwerksanlage sind nur die Halde sowie einige Gebäudereste erhalten geblieben. Die verfüllte Schachtröhre ist mit einer Betonplatte abgedeckt. Die Tagesanlagen sind später zeitweilig für Wohnzwecke genutzt worden und stehen heute leer.

In der Mansfelder Montangeschichte sind mit dem Zirkel-Schacht zwei schwerwiegende Ereignisse verbunden. Im August 1907 kam es zu einem Seilfahrtsunglück, bei dem fünf Bergleute ihr Leben verloren. Im Oktober 1907 ereignete sich in der 5. Sohle des Zirkel-Schachtes ein verheerender Wassereinbruch mit einem großen materiellen Schaden. Diese Wassereinbruchsstelle, die einen maximalen Zufluss von 30 Kubikmeter/min aufwies, war bis zur Flutung des Mansfelder Reviers im Jahr 1971 aktiv. In der Nähe der Halde kam es Übertage zu Senkungen und Erdfällen, die vom Haldenaussichtspunkt gut erkennbar sind. Eine Verbindung der untertägigen Wassereinbruchstelle im Zirkel-Schacht mit den Mansfelder Seen konnte nachgewiesen werden.

Den weiträumigen Haldenkomplex des Zirkel-Schachtes schüttete man aus Bergen sowie aus Ausschlägen auf. Dementsprechend auffällig sind, wie bei vielen anderen Mansfelder Halden, die Farbunterschiede zwischen den einzelnen Haldenteilen. Die Flachhalde enthält auf einer Fläche von 15,2 ha etwa 7,1 Mio. t Gestein und überragt das Gelände um 58 m.

Abb. 4: Luftbildaufnahme des Zirkel-Schachtes (ca. 1925)

Im Haldenbetrieb des Zirkel-Schachtes wurden die Förderwagen an den Haldenkanten mittels Kopfwippen gestürzt. Eine maschinelle Haldensturzbrücke kam auf der Zirkelschächter Halde nicht mehr zum Einsatz.

Für die touristische Nutzung der Bergwerksliegenschaft wurde auf dem Haldenplateau ein Aussichtspunkt über das Bergbaurevier Mansfelder Mulde sowie ein Haltepunkt für die Mansfelder Bergwerksbahn geschaffen. Das Betreten der Halde ist allerdings aus Sicherheitsgründen nur nach Anmeldung und in geführten Gruppen möglich.




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