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[039] Erdmannschacht
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Objektbeschreibung
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Ehemalige Schachtanlage in der Ortslage Wimmelburg, welche von 1833 bis 1865 produzierte.

Objektbeschreibung

Erdmannschacht in Wimmelburg (Archiv Hauche)

Im Juli 1829 begannen in Wimmelburg die Teufarbeiten eines neuen Schachtes mit den Abmessungen 1,60 x 3,70 m. Dieser neue Schacht sollte einen wichtigen Abschnitt der Erschließung tieferer Feldesteile des Schafbreiter Reviers ermöglichen.

Die Schwierigkeiten durch Wasserzuflüsse beim Abteufen des Schachtes waren größer als erwartet. Noch im gleichen Jahr entschloss man sich, die Teufarbeiten vorerst einzustellen und den Schacht zur Wasserlösung durch das Abbohren aus untertägigen Grubenbauen zu retten.

Nach dieser zwangsweisen Unterbrechung wurde erst im Jahr 1832 die Teufe von 113 m erreicht. Um Wasserzuflüsse aus den Schachtstößen zu verringern, wurde dabei die bis dahin im Bergbau noch wenig bekannte und im Kupferschieferbergbau erstmalig angewendete Picotagezimmerung erprobt. Im Jahr 1833 nahm der Schacht die Produktion auf.

Namensgeber des Schachtes war Anton Friedrich Erdmann (01.02.1782 - 29.12.1848), Angehöriger des Bergamtes Eisleben und späterer Direktor des Bergamtes Wettin.

Mit dem Schacht hatte man sich unter das Niveau des für die Wasserabführung zur Verfügung stehenden Froschmühlenstollens begeben und musste sich darauf einrichten, größere Wassermengen aus den tiefer liegenden Abbauen zu heben. Im Verbund mit den Schächten T und W wurde das in der Abbildung unten nach Aufzeichnungen des Markscheiders Schulze ergänzte System der Wasserhebung wirksam.  

Schema der Wasserhaltung Erdmannschacht - Froschmühlenstollen (Dr. R. Mirsch)

Nach der erfolgreichen Anwendung der Dampfkraft im Kupferschieferbergbau, wurde auf dem Erdmannschacht im Niveau des Füllortes eine Kesselanlage zum Betrieb einer Dampfpumpe und eines Dampfhaspels zur Förderung im Flachen errichtet. Während sich die auf dem Haspel aufgelegten und an anderer Stelle schon vorher erprobten eisernen Seile bewährten, gab es große Probleme mit der untertägigen Dampferzeugung.

Der bei der Kesselfeuerung entstehende Rauch wurde ursprünglich über ein Rohr zum Füllort und von dort in Bretterlutten nach über Tage geleitet. In der kalten Jahreszeit war der Schacht ausziehender Schacht, die Rauchschwaden zogen ab, und der Kessel lieferte ausreichend Dampf. Mit Beginn der warmen Jahreszeit verschlechterten sich die Bedingungen zunehmend. Ein zusätzlicher (dampfbetriebener) Ventilator wurde eingebaut, ohne dass die Probleme gelöst werden konnten. Undichtigkeiten in den Holzlutten brachten im Sommer bei einziehendem Schacht einen Teil der Rauchgase wieder in die Grube zurück und verschlechterten das Klima bis zur Unerträglichkeit.

Die Holzlutten im Schacht wurden durch verzinkte Blechlutten ersetzt und der Rauchabzug bis zum Schacht gemauert. Hilfsfeuer zur Erhöhung des Zuges wurden eingerichtet. Nach einer gewissen Zeit wurden aber auch die Zinklutten undicht. Das Zusammentreffen unglücklicher Umstände führte dazu, dass unter diesen schwierigen Umständen ein Teil des Bedienungspersonals Rauchvergiftungen erlitt und nur mit Mühe gerettet werden konnte.

Der Erdmannschacht war mit einem Pferdegöpel ausgerüstet. Eine Zeichnung davon ist auf einem Teller aus dem Nachlass des ehemaligen Landrates Kerßenbrock erhalten. Als besonderes Ereignis verdient der Bruch eines Nagels beim Betrieb dieses Göpels bei gleichzeitiger Zerstörung des „Notstachels“ Erwähnung. Dadurch schlug die Deichsel durch Abgehen der Fördertonne zurück, wodurch eines der beiden Pferde tödlich verletzt wurde.

Der Schacht selbst nahm ein unerwartetes Ende, als im Frühjahr des Jahres 1865 in Folge eines Hochwassers Wasser der „Bösen Sieben“ in den Schacht strömte und zu seiner Zerstörung führte.

(Quelle: „Wanderung im Bergbaugebiet Wimmelburg (I)“ ; Klaus Foth und Dr. Rudolf Mirsch ; in Mitteilung Nr. 23 des Vereins Mansfelder Berg- und Hüttenleute e.V.)  




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