Home arrow Artikel arrow Zur Entwicklung der Grubenwehren im Mansfelder Kupferschieferbergbau

Website übersetzen

Zur Entwicklung der Grubenwehren im Mansfelder Kupferschieferbergbau
Geschrieben von Martin Spilker, Sangerhausen *)   
18.08.2006
Gliederung:
Einleitung
Entwicklung des Grubenrettungswesens
Regeln für Ausbildung und Einsatz
Ausrüstung
Einsätze
Schlussbemerkung

 1950 wird auf dem Clothilde-(Max-Lademann-) Schacht in Eisleben die Bezirksrettungsstelle der Grubenwehren angesiedelt, wo sie bis 1970 für die Ausbildung der Grubenwehren des Erz-, Kohle, Kali- und Spatbergbaus dieses Raumes und die Bereitstellung einer Einsatzbereitschaft verantwortlich ist.

 

1. Vorbemerkung

Es ist keine Neuigkeit, dass der Beruf des Bergmanns, ja der Bergbau schlechthin lehrt, mit der Gefahr zu leben. Dies resultiert aus der Tätigkeit unter der Erdoberfläche, aus der Tätigkeit im künstlichen Licht und der räumlichen Enge mit den sich daraus ergebenden besonderen Bedingungen für die Ausführung sonst ganz banaler Tätigkeiten. Hinzu kommt die Notwendigkeit zur künstlichen Aufrechterhaltung der klimatischen Lebensbedingungen für den Menschen durch die Wetterführung, die oft ungenügende Kenntnis über die in der Grube und auf die Grube wirkenden natürlichen Einflussfaktoren wie Gebirgsdruck, Wasser- und Gaszutritt und dergleichen mehr. Diese Bedingungen, die sich mit zunehmender Teufe und Technisierung noch verschärften, führten zu allen Zeiten und in allen Bergbauzweigen zu Verlusten an Menschen und Material, ja ganzen Gruben. Der Kupferschieferbergbau stellte da keine Ausnahme dar. Hier sind neben Vorkommnissen durch Steinfall und im Förderprozess, den statistisch unfallträchtigsten Tätigkeiten, vor allem Gas- und Wasseraustritte, sowie Grubenbrände zu nennen. Letztere wirken sich besonders schwerwiegend auf die Lebensfunktionen des Bergmanns unter Tage aus, da sie Veränderungen in der Zusammensetzung der Wetter verursachen. Vor allem die Verringerung des Sauerstoffgehalts der Wetter unter den Normalwert von 21 Vol.- % und/oder die Beimischung von brennbaren oder giftigen Komponenten (Methan, Schwefelwasserstoff, Kohlenmonoxid) durch Gasaustritte oder Grubenbrand schränkten die Handlungsfähigkeit ein und führten in vielen Fällen zum Tode.




Verwandte Themen
  1. [079] Schacht Nienstedt, später Bernard-Koenen-Schacht 2
  2. [078] Schacht Niederröblingen, später Bernard-Koenen-Schacht
  3. Bernard Koenen
  4. Der Beginn der Teufarbeiten des Dittrichschachtes am 31. Juli 1907
  5. [097] Dittrichschacht , später Fortschrittschacht II