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[155] Erdfallgebiet Neckendorf
Gliederung:
Objektbeschreibung
Zahlen und Fakten
Informationen für Besucher

Erdfallgebiet mit mehreren Großerdfällen, niedergegangen im Straßenbereich der damaligen B 180 und der benachbarten Gartenanlage

Objektbeschreibung

Blick von Süden auf das Neckendorfer Erdfallgebiet (ehem. B 180-Gartenanlage) am Nordhang des Hüttengrundes (Foto Dr. S. König - 2013)
Blick von Süden auf das Neckendorfer Erdfallgebiet (ehem. B 180-Gartenanlage) am Nordhang des Hüttengrundes (Foto Dr. S. König - 2013)

Am Nordhang des Hüttengrundes bei Neckendorf, südlich von der Lutherstadt Eisleben, ereigneten sich in den Jahren nach 1986 mehrere Erdfälle. Vorangegangen war bereits im Jahr 1979 der Großerdfall „Am Gänsehals“, der ca. 1,5 km südöstlich von diesen Erdfällen liegt. Das Erdfallgebiet Neckendorf befindet sich nur ca. 400 m nördlich des Kupferschieferausstrichs. Im Untergrund verläuft die 2. Sohle (Niveau -50 m NN) des Mansfelder Kupferschieferbergbaus.

Die Erdfälle am Nordhang des Hüttengrundes bei Neckendorf verdanken ihre Entstehung laut Literaturangaben den im Untergrund noch vorhandenen Steinsalzresten. Sie konnten sich im Neckendorfer Gebiet infolge des steileren Einfallens der Schichten an der Nordflanke des Hornburger Sattels erhalten. Als sie im Zuge der Flutung des Grubenfeldes der Mansfelder Kupferschieferbergbaus wieder unter Wasser gerieten, verursachte ihre Auflösung den Verbruch.

Für das Erdfallgeschehen im Bereich Neckendorf lässt sich nach Literaturangaben folgende zeitliche Abfolge aufstellen:

31. Oktober 1986 

Kleingartenanlage: Großerdfall mit 10 m Durchmesser und 7 m Tiefe; Verfüllung mit 2000 m³ Haldenmaterial

13. Juni 1987

F180, später Bundesstraße 180: Großerdfall mit 10 m Durchmesser und 36 m gelotete Tiefe; Verfüllung mit 7000 m³ Haldenmaterial

Das dramatische Geschehen um den am 13. Juni 1987 eingetretenen Großerdfall spiegelt sich auch in folgenden Artikeln in der Mitteldeutschen Zeitung wieder:

Artikel in der „Mitteldeutschen Zeitung - Eisleben“ vom 13.06.2007: Kalenderblatt 13. Juni 1987

Artikel in der „Mitteldeutschen Zeitung - Eisleben“ vom 14.06.2007
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17. März 2000

Kleingartenanlage: Nachbruch des Großerdfalls vom 31. Oktober 1986 auf 12 m Durchmesser, 6 m Tiefe

Der Großerdfall in der Kleingartenanlage im März 2000 (Foto Dr. S. König - 2000)
Der Großerdfall in der Kleingartenanlage im März 2000 (Foto Dr. S. König - 2000)

30. Mai 2001

Kleingartenanlage: Großerdfall mit 10 m Durchmesser und 7 m Tiefe; Verfüllung mit 2000 m³ Haldenmaterial

17. Oktober 2001

damalige Bundesstraße B 180: Nachbruch des Großerdfalls auf 25 m Durchmesser, 6 bis 8 m Tiefe, Verfüllung des Bruchbereichs mit ca. 2000 t Haldenmatarial

Artikel in der „Mitteldeutschen Zeitung - Eisleben“ vom 19.10.2001
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nach 2001

Kleingartenanlage: Nachbrüche und damit Erweiterungen des Erdfalls auf 35 m Durchmesser und 12 bis 15 m Tiefe, umliegende Gärten wurden weiträumig gesperrt

ehemalige Bundesstraße 180: Nachbrüche und damit Erweiterungen des Erdfalls

Artikel in der
Artikel in der „Mitteldeutschen Zeitung - Eisleben“ vom 24.01.2008
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Der abgesperrte Großerdfallbereich der alten Bundesstraße 180, Blick von Süden nach Norden (Foto Dr. S. König - 2013)
Der abgesperrte Großerdfallbereich der alten Bundesstraße 180, Blick von Süden nach Norden (Foto Dr. S. König - 2013)

Anmerkung:

Eine sehr interessante, ausführliche Darstellung der Historie des Erdfalls und der Bemühungen um die Erhaltung des Verkehrsweges findet sich in dem Beitrag "Geogitterbewehrtes Kiespaket überbrückt Erdfall – Bundesstraße B 180 bei Eisleben" auf der Internetseite des Geogitter-Herstellers.




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