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[188] Aufschlüsse Stockbachtal (Großörner)
Gliederung:
Objektbeschreibung
Informationen für Besucher

 Im Stockbachtal, in unmittelbarer Nähe der neuen Straßenbrücke der B 180n sind in mehreren Aufschlüssen verschiedene Gesteine des Molasse-/Übergangsstockwerkes aufgeschlossen. Bemerkenswert ist das Auftreten einer Melaphyrbrekzie.

Objektbeschreibung

Blick von Südosten auf das Stockbachtal mit seinen Aufschlüssen (Foto Dr. S. König - 2007)

Die nachfolgend beschriebenen drei Aufschlüsse im Bereich des Stockbachtales, im Bereich der neu erbauten Straßenbrücke der B 180n westlich der Ortschaft Großörner, lassen sich auf Grund ihrer direkten Nachbarschaft bequem in einer Wanderung erschließen. Deshalb wurden sie auch in einem Objekt zusammengefasst.

Die geologische Besonderheit des Stockbachtales stellt die hier anstehende Melaphyrbrekzie dar. Durch den Neubau der B 180n wurden frische Anbrüche dieses in Mitteldeutschland sehr selten anzutreffenden Gesteins geschaffen. Weiterhin ist in dem Steinbruch die saalische Diskordanz gut zu beobachten, die im Objekt 187 (Steinbruch im Tal der Heiligen Reiser in Hettstedt) ausführlich beschrieben ist.  

1. Steinbruch im Stockbachtal

In einem Steinbruch am Nordhang des Stockbachtales ist genau wie im Tal der Heiligen Reiser die Schichtlücke zwischen den Mansfelder und Eislebener Schichten zu beobachten. Sie erstreckte sich über den Zeitraum von mehreren Millionen Jahren.

Zugewachsene Steinbruchwand im Stockbachtal (Foto Dr. S. König - 2007)

Dieser Aufschluss im Steinbruch des Stockbachtales gehört mit zu den klassischen Aufschlüssen der "Saalischen Diskordanz", die hier auch gut zu beobachten ist.

Aufgeschlossen sind im unteren Teil der Steinbruchwand die feldspatreichen Glimmersandsteine der Oberen Mansfelder Schichten des Oberkarbons, auch Stefan (ältere Bezeichnung für diese Gesteinsabfolge) genannt. Sie werden in der älteren Literatur auch als Siebigeröder Sandstein bezeichnet. In neueren Bearbeitungen wird der Siebigeröder Sandstein in den Plattensandstein (konglomeratfreier, feinkörniger Kaolinsandstein) und im engeren Sinn den Siebigeröder Sandstein (konglomeratischer Kaolinsandstein) unterteilt.

In diesem Steinbruch im Stockbachtal steht der glimmerreiche Plattensandstein an. Über dem Plattensandstein folgt das Porphyrkonglomerat sowie der Sandsteinschiefer. Das Porphyrkonglomerat verdankt seinen Namen den zahlreichen Quarzporphyrgeröllen, die in diesem Gestein eingeschlossen sind. Der hangende Sandsteinschiefer zeichnet sich durch ein karbonatisches Bindemittel aus. Er besteht aus einer intensiven Wechselfolge von rötlichen Sandsteinen sowie Schiefertonen.

Die gesamte Steinbruchwand hat eine Höhe von ca. 5 m und ist sehr dicht bewachsen. Eine Beschilderung und Sicherung ist nicht vorhanden.

2. Melaphyrbreckzienfelsen im Stockbachtal

Der Aufschluss liegt unmittelbar nordwestlich der neuen Talbrücke. Die Melaphyrbrekzie steht dort am nördlichen Talhang als Felsenklippe an.  

Melaphyrbrekzie, anstehend als Felsenklippe im Stockbachtal (Foto Dr. S. König - 2007)

Die Brekzie enthält kantige Melaphyrblöcke von bis zu 50 cm Größe. Der Melaphyr ist in einem sehr harten Sandstein mit karbonatischer Matrix eingeschlossen.

Das Alter des Gesteins entspricht dem des Quarzitkonglomerates der Hornburger Schichten. Der Melaphyr ist dunkelgrau bis schwarz gefärbt und besitzt “Mandeln“ mit grünlicher Mineralfüllung (ehemalige ausgefüllte Gasblasen). Seine Entstehung ist auf vulkanische Vorgänge zurückzuführen. Zwischengelagert treten noch Reste eines braunen, dichten bzw. harten sowie fein geschichteten Sandsteins auf.

Der Aufschluss ist bequem erreichbar und gut aufgeschlossen. Stellenweise befindet er sich auf Privatgelände und ist in diesem Bereich eingezäunt. Hinzuweisen ist auch auf die hier anzutreffende Flora (Xerothermrasen) und Fauna.

3. Hanganschnitt B 180n

Durch den Neubau der B 180n wurde die Melaphyrbrekzie angeschnitten. Teile des anfallenden Gesteinsmaterials wurden zur Gestaltung der Straßenböschungen genutzt.  

Aufgeschüttete Gesteine, u. a. Melaphyrbrekzie, am Straßenhang der B 180n (Foto Dr. S. König - 2007)

An den relativ unverwitterten Gesteinen lässt sich die Ausbildung der Melaphyrbrekzie sehr gut beobachten.

Unverwittertes Stück der Melaphyrbrekzie (Foto Dr. S. König - 2007)




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