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[043] Wolfschacht, später Fortschrittschacht
Gliederung:
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Der Wolfschacht, 1949 in Fortschrittschacht umbenannt, ist eine der drei Großschachtanlagen der Mansfelder Mulde. Er wurde in den Jahren 1906 bis 1909 abgeteuft und war bis 1967 in Betrieb. Seine weithin sichtbare Spitzkegelhalde erreicht eine Höhe von rund 153 m.

Objektbeschreibung

Fortschrittschacht etwa 1960 (Foto Mansfeldarchiv)

Der ca. 600 m tiefe Wolfschacht bei Volkstedt wurde in den Jahren 1906 bis 1909 abgeteuft. Sein Namensgeber, Justizrat Dr. Theodor Wolf aus Altenburg, war Deputierter und Hauptaktionär der Mansfeldschen Kupferschiefer bauenden Gewerkschaft. Der Wolfschacht sollte nach Fertigstellung und Inbetriebnahme den ca. 3 km weiter westlich gelegenen Hohenthal-Schacht ablösen, dessen Lagerstättenbereich zwischen der 3. und 6. Sohle weitestgehend abgebaut war.

Beim Abteufen des Wolfschachtes traf man auf zwei Kaliflöze von 24 m bzw. 4 m Mächtigkeit. Das führte zur Gründung des Kalisalzbergwerkes Wolfshall. Ohne den weiteren Ausbau des Wolfschachtes zur Kupferschieferförderung zu behindern, wurden in den Jahren 1911 bis 1914 aus der Schachtröhre des Wolfschachtes heraus zwei Kalisohlen aufgefahren. Das dabei gewonnene Kalisalz transportierte man mittels einer im Jahr 1913 fertig gestellten Drahtseilbahn zur Weiterverarbeitung nach Eisleben. Mit Ausbruch des I. Weltkrieges endete der Betrieb von Wolfshall.

In den Jahren 1917 bis 1923 erfolgte die Anbindung des Wolfschachtes an das Streckennetz der Mansfelder Bergwerksbahn. Der Bau der Bahnstrecke gestaltete sich auf Grund der Geländemorphologie sehr aufwendig. Es mussten vier Brückenbauwerke errichtet werden. Die größte Brücke, die „Vogelsangbrücke“, wurde am 20. Mai 1951 in „Brücke der Freundschaft“ umbenannt.

Im Jahr 1923 war der Ausbau der Über- und Untertageanlagen zu einer Großschachtanlage so weit vorangeschritten, dass am 20. Juli 1923 die Erzförderung aus der Schachtröhre des Wolfschachtes aufgenommen werden konnte. Bis dahin lief die Erzförderung über den Hohenthal-Schacht. Die Belegschaftsstärke wuchs jetzt sprunghaft von ca. 1000 Mann (Jahr 1920) bis auf ca. 4000 Mann (Jahr 1930); so wurde auch die Belegschaft des Hohenthal-Schachtes weitgehend zum Wolfschacht umgesetzt.

In den Jahren 1925 bis 1940 versuchte man, die Abbauleistung durch den Einsatz neuer technischer Anlagen und Verfahren (z.B. Schüttelrutschen, elektrische Huntehaspel, Geradstrebe) zu steigern. Der Erleichterung der Personenfahrung diente in den Jahren 1933 bis 1934 die Inbetriebnahme von zwei unabhängig voneinander laufenden Personenseilbahnen zwischen der 7. bis 9. Sohle. In der Streckenförderung setzte sich die Lokomotivförderung durch. 1936 konnte man deshalb die untertägige Förderung mit Pferden vollständig einstellen. 1953 erfolgte die Inbetriebnahme einer Zahnradbahn zwischen der 7. bis 10. Sohle.

In der übertägigen Förderung nahm im Jahr 1951 die Höhenfördereranlage den Betrieb auf. Damit begann die Aufschüttung der Spitzkegelhalde. 1949 war das Jahr der Umbenennung des Wolfschachtes in Fortschrittschacht. Im gleichen Jahr kamen durch einen Strebbruch fünf Bergleute ums Leben. Im Jahr 1952 gab es eine Methangasexplosion. Sie hatte u .a. die Einführung des elektrischen Geleuchts im Kupferschieferbergbau zur Folge. Bei einer weiteren Gasexplosion im Jahr 1960 verloren zwei Bergleute ihr Leben. Vier wurden schwer verletzt.

In den Jahren 1950 bis 1960 bewegte sich die Belegschaftsstärke zwischen 4000 und 5000 Personen. Beginnend mit dem Jahr 1960 erfolgte eine planmäßige Umsetzung von Arbeitskräften des Fortschrittschachtes in das Sangerhäuser Revier. Im Jahr 1966 wurde der Fortschrittschacht eine Betriebsabteilung des Otto Brosowski-Schachtes, bevor man am 8. Dezember 1967 die Erzförderung endgültig einstellte. Im Jahr 1971 wurde die Schachtröhre verfüllt. Anschließend demontierte und verschrottete man das Fördergerüst. Gleiches geschah mit den Brücken der Bergwerksbahn (z.B. Vogelsangbrücke).

In den Gebäuden des Fortschrittschachtes begann 1968 die Produktion von Stahlrohrmöbeln. Dafür richtete man das ehemalige Reviergebäude mit Lohnhalle und Kauentrakt, bei weitestgehender Erhaltung der vorhandenen Bausubstanz, her. Von 1985 bis zur Wende sind hier auch Handbohrmaschinen produziert worden. Die im Jahr 1995 gegründete „projekt Schul- und Objekteinrichtungen GmbH“ setzt am alten Schachtstandort die Produktion von Schul- und Büromöbeln bis heute fort.



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