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[117] Bohrschacht Holdenstedt
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Objektbeschreibung
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In den Jahren 1986 bis 1988 im Zusammenhang mit dem geplanten Aufschluss der Tiefscholle Osterhausen bei Holdenstedt zur Wetterführung niedergebrachter Bohrschacht

Objektbeschreibung

Quelle: Mansfeld - Die Geschichte des Berg- und Hüttenwesens - Band 3: Die Sachzeugen 

Durch Erkundungsbohrungen wurde bereits in den Jahren nach 1950 die bauwürdige, unmittelbar westlich des Hornburger Sattels liegende Tiefscholle Großosterhausen bekannt: Dabei handelt es sich um ein etwa 6 km² großes Areal. Das Erkundungsergebnis wurde durch eine in den Jahren 1986/87 getätigte Nacherkundung bestätigt. Dieses Baufeld hätte nach den damals geltenden ökonomischen Prämissen im Zusammenhang mit den schon in Abbau befindlichen Feldesteilen des Bernard Koenen Schachtes eine Produktion bis in das 21. Jahrhundert ermöglicht. Deshalb wurde im Jahre 1983 mit den Aufschlussarbeiten zur sog. „Tiefscholle“ begonnen.

Als wesentliche Grundauffahrungen waren vorgesehen:

  • ein Doppelquerschlag von 5 km Länge vom Bernard-Koenen-Schacht 2 nach Osten,
  • eine Verbindungsstrecke zwischen dem Doppelquerschlag und einem neu zu errichtenden Wetterschacht von 1,2 km Länge
  • das Abteufen eines Bohrschachtes zur Wetterführung, gelegen rd. 1 km südlich von Holdenstedt am Feldweg nach Mittelhausen

Die Auffahrungen des Doppelquerschlages setzten im Dezember 1983 von der 10. Sohle des Bernard-Koenen-Schachtes 2 ein. Dabei war der Querschlag Süd als Wetterstrecke und der Querschlag Nord als zukünftige Förderstrecke mit entsprechend großen Streckenquerschnitten konzipiert worden.

Nach der Durchörterung der Nienstedter Störung (mit 300 m Sprunghöhe) im Oktober 1984 wurde die so genannte Hochscholle Nienstedt unterfahren; die weiteren Auffahrungen erfolgten bis an die Westgrenze des Baufeldes Tiefscholle in Gesteinen des Oberkarbons. Hier bestand das Ziel, in Teufen von 500 m bis 1000 m NN liegende Kupferschieferflöz zu erreichen.

Bohrmeißel des Schachtes Holdenstedt (MansfeldBand3)

Die Reste des Schachtstandortes Holdenstedt 2006 (MansfeldBand3)

Parallel zu diesen Auffahrungen unter Tage erfolgte im Februar 1986 die Aufnahme der Bohrtätigkeit zum Bohrschacht Holdenstedt. Mit einem Anfangsdurchmesser von 5,9 m wurde der größte Bohrdurchmesser beim Niederbringen von Bohrschächten im Sangerhäuser Revier erreicht, jedoch mussten die Bohrarbeiten im Jahre 1988 nach dem Durchteufen des Buntsandsteins in 340 m Teufe abgebrochen werden.

Nachdem die untertägigen Auffahrungen in den beiden Querschlägen bereits von Dezember 1987 bis Juni 1988 gestundet waren, wurden sie am Jahresende 1988 bei einem Stand von über 4 km endgültig eingestellt. Die Ursache für den Abbruch der Aufschlussarbeiten Tiefscholle bestanden in erster Linie in ökonomischen Faktoren: Investitionen für den Mansfelder Kupferschieferbergbau wurden nicht mehr bewilligt, da bereits zu diesem Zeitpunkt die planmäßige Einstellung des hiesigen Bergbaus für Mitte der 1990er Jahre vorgesehen war.

Das heute noch sichtbare Ergebnis der Auffahrungen zum Baufeld Tiefscholle im rot gefärbten Permokarbon ist die auffällige Rotfärbung der Spitzkegelhalde des Bernard-Koenen-Schachtes 2 in Nienstedt unmittelbar an der A 38.




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