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[112] Die Seegen-Gottes-/Otto-Helm-Schächte
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Schachtanlage aus dem 19. Jahrhunderwestlich von Eisleben gelegen.

Objektbeschreibung

Quelle: Mansfeld - Die Geschichte des Berg- und Hüttenwesens - Band 3: Die Sachzeugen

Die Seegen-Gottes-Schächte am Ende des 19. Jahrhunderts
Die Seegen-Gottes-Schächte am Ende des 19. Jahrhunderts (MansfeldBand3)
Der Seegen-Gottes-Schacht 1 wurde im Jahre 1864 westlich von Eisleben nahe der Krug-Hütte auf dem Schachtplanum bei +174,0 m NN angehauen. Ihm folgten 1870 der Schacht 2 und 1878 der Schacht 3. Alle drei Schächte bildeten ein Dreieck von etwa 30 m Seitenlänge. Die Ursache für die Häufung von Schächten auf engem Raum waren die bereits beim Teufen des Schachtes 1 in 150 m Tiefe eingetretenen starken Wasserzuflüsse aus dem Stinkschiefer und die damit verbundenen Schwierigkeiten beim Teufen. Der Schacht 1 wurde noch als nahezu ovaler Schacht mit den Maßen 3 x 4,5 m bis auf die 2. Sohle (225,5 m Teufe/-51,5 m NN) niedergebracht. Der Schacht 3 erhielt bereits einen runden Querschnitt von 4,8 m. Die Größe der Schachtscheibe des ebenfalls runden Schachtes 2 ist nicht genau bekannt. Im Jahr 1951 erhielten die Schächte den Namen eines Opfers des von den Nationalsozialisten 1933 in Eisleben inszenierten Blutsonntags, Otto Helm (1913-1933).

Das Schachtgebäude des Otto-Helm-Schachtes 3  (MansfeldBand3)
Das Schachtgebäude des Otto-Helm-Schachtes 3 (MansfeldBand3)

Otto-Helm-Schacht 1, Schachtdeckel, 2008 (MansfeldBand3)
Otto-Helm-Schacht 1, Schachtdeckel, 2008 (MansfeldBand3)

Die Probleme mit den hohen Zugängen an Karstwasser bereits beim Teufen führten zur Beschleunigung bei der Auffahrung des Schlüssel-Stollens und zu ersten Überlegungen, inwieweit der Salzige See als Wasserlieferant in Frage kommt. Die Schächte hatten auch aus solchen Gründen für die Kupfererzförderung nur geringe Bedeutung und deshalb wurde auch bereits im Jahre 1901 die Erzförderung eingestellt. Danach diente der Schacht 3 bis zu seiner Aufgabe und der Verfüllung aller drei Schächte 1972/1973 als Flucht- und Wetter-Schacht und vor allem als Wasserlieferant für die Industrie und die Stadt Eisleben. Die harten Karstwässer wurden vor allem aus der 2. Sohle gehoben. Heute ist das Gelände dieser Schächte vollkommen eingeebnet und überbaut. Als letztes Zeugnis existiert auf dem Betriebsgelände einer heute dort ansässigen Firma nur noch der Schachtdeckel des Schachtes 1.




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