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[187] Steinbruch im Tal der Heiligen Reiser (Hettstedt)
Gliederung:
Objektbeschreibung
Informationen für Besucher

Bei diesem Geotop handelt es sich um einen Steinbruch im Tal der Heiligen Reiser in Hettstedt. Zwischen den dort aufgeschlossenen Mansfelder Schichten (Oberkarbon) und dem Porphyrkonglomerat (Rotliegendes) ist die saalische Diskordanz ausgebildet. Dieser klassische geologische Aufschluss des Molassestockwerkes stellt die Typuslokalität für die saalische Diskordanz dar.

Objektbeschreibung

Der Steinbruch im Tal der Heiligen Reiser (Foto Dr.S.König)
 

Dieses Geotop, ein ehemaliger Steinbruch, zählt zu den bekanntesten und bedeutendsten geologischen Aufschlüssen im südöstlichen Harzvorland. In diesem klassischen geologischen Aufschluss ist das Porphyrkonglomerat der Eislebener Schichten (Oberrotliegendes) über Schiefertonen und Glimmersandsteinen der Unteren Mansfelder Schichten (Oberkarbon) aufgeschlossen. Zwischen diesen beiden Gesteinshorizonten ist eine Winkeldiskordanz (Winkeldiskordanz-ungleichsinnige Schichtenneigung) ausgebildet. Sie entstand im Ergebnis tektonischer Bewegungen. Die in diesem Geotop aufgeschlossene Diskordanz wird als saalische Diskordanz bezeichnet. Sie stellt in unserer Region die bedeutendste Zeitmarke der variszischen Gebirgsbildung (Hauptphase zwischen Unter- und Oberkarbon) dar.

Deutlich abgebildete Winkeldiskordanz zwischen den gering geneigten Schichten des Porphyrkonklomerates und den steilgestellten Gesteinen der Mansfelder Schichten (aus W.Walter, 1921- bearbeitet durch Dr.S.König)

Die hier sehr gut ausgebildete Winkeldiskordanz stellt die Typuslokalität für die tektonischen Bewegungen der saalischen Diskordanz dar. In diesem Aufschluss ist auch die Schichtenlücke des Zeitraumes zwischen der Sedimentation der Siebigeröder Sandsteine und der Hornburger Schichten dokumentiert.

An der Basis des Aufschlusses stehen in einer ständigen Wechsellagerung Schiefertone und Glimmersandsteine an. Diese Schichtenfolge, auch Stefan (ältere Bezeichnung für diese Gesteinsabfolge) genannt, wird in das Oberkarbon gestellt und gehört zu den Unteren Mansfelder Schichten. Es handelt sich dabei um sandig ausgebildete, dunkelrot bis violett gefärbte Schiefertone gegenüber Glimmersandsteinen mit vereinzelten Quarzitkonglomeratbänken. Oberhalb der Schiefertone und Glimmersandsteinen steht das Porphyrkonglomerat an. Es besteht aus einem fein- bis grobkörnigen Sandstein mit stark wechselnden Schluff- und Tonanteilen.

Durch Kalk, Eisen-III-Verbindungen und kieseliges Bindemittel erhält das Konglomerat seine Festigkeit. Bei den Geröllen ist ein lagenförmiger Wechsel zwischen gröberen und feineren Geröllmassen zu beobachten. Dadurch entstand eine deutlich ausgeprägte Schichtung. Bei den Geröllen handelt es sich vorwiegend um Milchquarz und Fettquarze (ca 80 %)‚ rötliche und graue Rhyolithe und Andesite, Melaphyr und untergeordnet Achat, Gneis und Granulit.

Zum Hangenden hin erfolgt dann ein allmählicher Übergang zu dem sandig-siltig ausgebildeten Sandsteinschiefer. Er bildet den Abschluss der Rotliegendsedimentation im südöstlichen Harzvorland.




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