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Carl Friedrich Bückling

Namensgeber von Schächten in Helbra und Gerbstedt

Nach Carl Friedrich Bückling ist das Lichtloch 74 des Froschmühlenstollens im Bereich der ehemaligen Kochhütte (August Bebelhütte) in der Ortslage Helbra , sowie eine Schachtanlage westlich von Gerbstadt benannt.

Carl Friedrich Bückling wurde am 23.07.1750 in Ruppin geboren. Er ist am 22.02.1812  in Rothenburg gestorben.

Wesentlich beteiligte er sich 1782 am Bau der ersten deutschen Dampfmaschinen (Watt’scher Bauart) im Burgörner Revier.

Er war königlicher Oberbergrat und Oberbergmeister.

Zu den oben genannten Angaben hat es einen interessanten Beitrag im Gästebuch gegeben. Leider hat das Redaktionstem nicht die Kraft, die Informationen zu verifizieren. Wir geben deshalb die dort gemachten Angaben nachfolgend unverändert zur Kenntnis und bedanken uns bei den Autoren für ihr Engagement im Interesse der Historie unserer Region:

Die "Kupferspuren" sind eine in Aufmachung und Struktur gelungene, lobenswerte Zusammenstellung historischer Fakten über den Mansfelder Kupferschieferbergbau. Umso bedauernswerter ist es, wenn sich zu einem Stichwort gravierende, offenbar auf unzureichendes Recherchieren zurückzuführende Fehler finden. Im kurzen Text über Carl Friedrich Bückliing sind fast alle Angaben unzutreffend.

Zunächst: Bückling ist am 23.8.1756 in Ruppin geboren, die Angabe 1850 (Matschoß u. a.) ist falsch, inzwischen mehrfach berichtigt (kirchl. Taufregister Neuruppin, div. Personalakten, NDB). Gestorben ist er am 22.2.1812 in Berlin im Haus seines Schwagers, des Oberberghauptmanns Ludwig Gerhard, wohin er sich 1811 krankheitshalber zurückgezogen hatte. In preuß. Dienst war Bückling 1779 Hüttenbau-Inspektor, 1781 Assessor cum voto, 1790 in Anerkennung des gelungenen Baus der 1. Dampfmaschine Oberbergrat. Oberbergmeister ist er nie gewesen.

Lichtloch 74 (F) ist nicht nach Carl Friedrich Bückling benannt, sondern nach seinem 1793 geb. Sohn Adolph (kirchl. Taufregister Rothenburg). Dazu folgendes: Im Bereich des preuß. Oberbergamts Rothenburg hatte man neu abgeteufte Schächte zeitweise nach seinen Beamten benannt, so im oberen Tieftaler und Rothenberger Revier östlich (!) von Gerbstedt, wo demzufolge fast das ganze OBA "versammelt" ist: Eckardt, Dölz, Gerhard, Hoffmeister, Kloz, Unger Walther, Weiland u.a., und auch Carl Friedrich Bückling. Letzterer war seit 1788 Mitglied des OBA.

Adolph Bückling begann seine Laufbahn im Bereich des Niedersächs. OBA, hatte die Feldzüge 1813/14 mitgemacht, war danach (?) dem OBA Breslau zugewiesen worden, kam aber mit Befürwortung Gerhards 1817 zurück zum OBA Halle als Bergmeister, 1822 Oberbergmeister für das nunmehr preuß. Bergamt Eisleben. 1830 ist er, inzwischen auch Oberbergrat (Datum ?) nach längerer Krankheit verstorben (Akten OBA Halle).

Aus vielen Archivalien der 1820er Jahre geht Adolph Bücklings Wirken als zuständiger Vertreter des OBA hervor, so unter anderem beim Vortrieb des Froschmühlenstollens. Die Benennung des LL 74(F) als Bücklingschacht (1828) in Ehrung Adolph Bücklings erfolgte nach dem vom Tieftaler Revier bekannten Prinzip, d. h. mit den Namen der zu dieser Zeit im Bergamt tätigen Bergbeamten bzw. hier des zuständigen Oberbergmeisters. (Es folgten in ebendieser Weise 1831 LL 75 Ottiliae-, 1832 LL 76 Eckardtschacht, später im Revier 1844 Schmid-, 1845 Sander-, 1849 Bolzeschacht.)

Carl Friedrich Bücklings Rolle beim Bau der ersten deutschen Dampfmaschine als "wesentlich beteiligt" zu bezeichnen untertreibt gewaltig. Bückling war Konstrukteur und Erbauer der Maschine mit allen Konsequenzen. Daran ändert nachweislich die Mitwirkung William Richards ab 1786 nichts, was hier jedoch nicht näher zu begründen ist.

Der Fehler betr. die Benennung des Lichtlochs 74 (F) hat leider auch Eingang in den 3. Band "Mansfeld" gefunden. In den "Kupferspuren" sollte er bald berichtigt werden.

Elmar Hebestedt, Dr. Jürgen Siemroth


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