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[160] Spaltenzone Volkstedt
Gliederung:
Objektbeschreibung
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Das Karstphänomen „Aufschluss der Spaltenzone im Bereich des Polleber Berges bei Volkstedt“ liegt im nordwestlichen Teil einer ca.15 km langer Zone mit zahlreichen Karstphänomenen, die sich von Höhnstedt im Südosten bis nach Volkstedt im Nordwesten erstreckt.

Objektbeschreibung

Östlicher Teil der der Spaltenzone auf dem Polleber Berg bei Volkstedt, Halde des Wolf-/Fortschrittschachtes (Foto Dr. S. König)
Der Aufstieg zum Polleber Berg führt über einen mit Mansfelder Schlackensteinen gepflasterten Feldweg. Auf der Höhe des Berges, im Bereich der Spaltenzone, wurde er durch die auslaugungsbedingten Verformungsvorgänge der Erdoberfläche arg in Mitleidenschaft gezogen.

Auch hier sind lehrbuchhaft die Auswirkungen der auslaugungsbedingten Deformationen in Form von Aufpressungen des Pflasters sowie von Zerrspalten erkennbar. Dass dieses Stück Feldweg gepflastert wurde, liegt in dem für Volkstedter Verhältnisse beträchtlichem Höhenunterschied begründet, den dieser Feldweg aus der Volkstedter Talaue bis auf den Kamm des Polleber Berges zu überwinden hat. Die bei den Volkstedtern Bürgern gebräuchlich Bezeichnung eines anderen derartig steil ansteigenden Feldweges zum Polleber Berg als „Himmelsleiter“, weist spaßhaft darauf hin.

Die Aufforstung der Teile des Polleber Berges, die aufgrund der Erdspalten und Erdfälle nicht mehr agrarwirtschaftlich genutzt werden konnten, erfolgte in den Jahren 1969 bis 1972. Durch diese Aufforstung sind die hier ausgebildeten zahlreichen Erdspalten und Erdfälle vielfach nicht auf den ersten Blick sichtbar. Diese Verborgenheit sowie die Unwegsamkeit des Geländes schützten diese einzigartigen geologischen Aufschlüsse vor wilden Müllverkippungen und menschlichen Eingriffen.

Die auf dem Polleber Berg anzutreffenden geologischen Aufschlüsse belegen die Vielfalt der Verformungserscheinungen der Geländeoberkante durch Auslaugungsprozesse im Bereich von Volkstedt.

Teil eines Staffelbruches im Bereich der Spaltenzone Volkstedt (Foto Dr. S. König)

Der Wanderweg am Südrand des Polleber Berges führt uns von Westen nach Osten. Er wird von einer Vielzahl von Erdfällen und Erdspalten flankiert. Mehrere Brüche auf dem Polleber Berg zeigen die typische Gestalt eines V-förmigen „Grabenbruches“. Der Hauptbruch ist ca. 500 m lang, ca. 70 m breit und ca. 4-8 m tief. Die Bäume in der Sohle des Bruches verdeutlichen die Dynamik und die Zeitdauer der hier verlaufenden Bruchvorgänge. Der Hauptbruch wird von zahlreichen Nebenbrüchen begleitet. Weiter nach Osten ist zu beobachten, wie die Hauptbruchzone ausläuft. Hier treffen wir hier kleinere Erdfälle an. Eine mögliche Erklärung für die Entstehung der Spaltenzone gab im Jahr 1959 der Geologe v. HOYNINGEN. Danach sollen sich Bundsandsteinschollen von der Hochfläche des Polleber Berges lösen und in Richtung zur Volkstedter Talaue hin abgleiten.

Auf den weiteren Weg nach Osten treffen wir auf zwei tief eingeschnittene Trockentäler, in denen die Gesteine des Unteren und Mittleren Buntsandsteins anstehen. Aufgeschlossen sind neben Mutterboden, Löß, steiniger Verwitterungsrinde auch die Festgesteine des Buntsandsteins.

Trockental im östlichen Bereich des Polleber Berges bei Volkstedt (Foto Dr. S. König)



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