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[158] Minnabad Volkstedt
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Objektbeschreibung
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Senkungs- und Bruchgebiet im Bereich der Kreuzung der B180 mit der Landstraße Helbra - Volkstedt

Objektbeschreibung

Blick von Westen auf den wassergefüllten Senkungskessel (Minna-Bad), im Bildhintergrund Volkstedt mit der Halde des Fortschrittschachtes I (Foto Dr. S. König)

Im Jahr 1900 traten im Bereich der Straßenkreuzung der heutigen B 180 mit der Landstraße Helbra – Volkstedt intensive Verformungen der Erdoberfläche auf.

Diese Ereignisse im Bereich des heutigen Minna-Bades lassen sich zeitlich und örtlich mit bergmännischen Wassererkundungs- und Wasserhaltungsmaßnahmen im Bereich der 4. Sohle des Hohenthalschachtes (Seidelschacht) in Zusammenhang bringen. Am 25. Juli 1900 wurden mit einer untertägigen Erkundungsstrecke die gesuchten Karstwässer angetroffen. Nach Fertigstellung entsprechender Wasserhaltungsanlagen im Jahr 1901 konnte das angetroffene Karstwasserreservoir in diesem Teufenniveau trockengelegt werden.

Im Zeitraum von 1901 bis 1912 kam es im Gebiet des Minna-Bades zu intensiven Senkungs- und Bruchereignissen der Tagesoberfläche. So ging am 4. Februar 1901 ein Erdfall von ca. 3 m Tiefe und einem Durchmesser von 8 m nieder. In den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts füllte sich diese Geländesenke mit Wasser. Das Land gehörte dem Landwirt Walter Becker. Seine Mutter hieß Minna. So wurde bald dieser neu entstandene Teich im Volksmund Minna-Bad genannt.

In der geologischen Literatur wird das Minna-Bad als Senkungskessel D aufgeführt. Verstärkte Senkunsbewegungen lassen sich in dem Zeitraum 1967 – 1970 ausweisen. Neben erhöhten Senkungsgeschwindigkeiten (< 90 mm/Jahr) traten an den Rändern des Senkungskessels mehrere Zerrspalten auf. Am westlichen Kesselrand bildete sich ein System von Spaltenstaffeln und Schollenabbrüchen aus, die auch noch heute prägnant das Landschaftsbild prägen.

Mit der einsetzenden Flutung des Grubenfeldes der Mansfelder Mulde im Jahr 1970 kam es zu einer sehr starken Verlangsamung der Subrosionsprozesse.



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