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[023] Wasserwirtschaftliche Anlagen (Übersicht)
Gliederung:
Die Nutzung des Wasseres im Prozess der Erzverarbeitung
Wasser und Bergbau

Wasser, Bergbau und Erzverhüttung sind untrennbar miteinander verbunden. So hilfreich das natürliche Wasser für den Hüttenmann war, so störend bis bedrohlich war es für den Bergmann. Die Übersicht vermittelt einen Eindruck davon, welche Rolle das Wasser in der Geschichte des Berg- und Hüttenwesens im Mansfelder Revier gespielt hat und stellt Verbindungen zu anderen Objekten der Datenbank [000] her. 

Die Nutzung des Wasseres im Prozess der Erzverarbeitung

Ein Bruchteil (10 - 30 %) der Niederschläge versickert im Erdreich, so dass die tieferen Gebirgsschichten infolge Klüftigkeit oder Porosität Grundwasser führen, welches der Bergmann aus seinen Gruben entfernen muss.

Oberhalb der tiefsten Talsohlen kann Grundwasser über Quellen austreten und Bäche speisen. Gemeinsam mit nicht versickerten oder verdunsteten Niederschlägen fließt es als Oberflächenwasser in Bächen und Flüssen ab. Das Energiepotential seines Gefälles war vor der Verfügbareit der Dampfkraft die wichtigste Energiequelle für den Kupferschieferbergbau und für die Verhüttung des Erzes.

Mit einem Gefälle von 38 m zwischen oberhalb Vatterode und unterhalb Hettstedt sowie einem durchschnittlichen Abfluss von 1,39 m3/sek entsprechend 518 kW stellt die [020] Harzwipper das größte Wasserkraftpotential im Kupferschieferrevier dar. Zur Vergleichmäßigung der Verfügbarkeit des Wassers wurden Stauwerke angelegt, aus denen zum Teil das Aufschlagwasser durch "Kunstgräben" auf die Räder geleitet wurde. Solche wasserwirtschaftliche Anlagen sind zum Beispiel Teiche und Wehre ([076] Wettelrode mit Bergbaulehrpfad, Kunstteich, [030] Vatteröder Teich, [100] Talsperre Wippra).

Im einzelnen wurden folgende Flusssysteme genutzt:

  • die zur Selke fließende Eine mit Schwennecke und Mukarhene, Hüttenstätten zwischen Alterode und Welbsleben.
  • die zur Saale fließende Schlenze, Hüttenstätten bei Heiligenthal und [037]Friedeburgerhütte
  • die in den ehemaligen Salzigen See fließende Weida Hüttenstätte bei Oberröblichen am See
  • das vom Hornburger Sattel zum Süßén See fließende Bachsystem der Bösen Sieben, Hüttenstätten zwischen Hergisdorf, Wimmelburg und Eisleben sowie im Teufelsgrund zwischen Neckendorf und Helfta.
  • der in díe Glume mündende Volkstedter Bach mit Hüttenstätten nördlich Eisleben ([067] Oberhütte)
  • die vom Hornburger Sattel zur Helme fließende Rohne mit Hüttenstätte südliche Bornstedt
  • die von Blankenheim/Hornburger Sattel zur Helme fließende Gonna, Hüttenstätten bei Obersdorf Gonna und Sangerhausen ([075] Sangerhäuser Kupferhütte)
  • die aus dem Harz zur Helme fließende Leine mit dem Kunstteich bei Wettelrode (siehe [076]), Hüttenstätten Großleinungen, Wassersäulenmaschine und Wassergewichtsförderung Carolusschacht, Pochwerk und Sanderzwäsche (siehe [076])
  • an der Wipper und ihren rechten Zuflüssen Ochsenpfuhlbach, Talbach und Regenbek lagen Hüttenstätten bei Vatterode, Mansfeld, Leimbach ([021] Eckardt-, Katharinen- und Kreuzhütte), Großörner/Burgörner ([026] Kupfer-Silber-, Bleihütte, Bessemerei, Elektrolyse) und Hettstedt ([034] Saigerhütte).

Der von links zur Wipper fließende Ölgrundbach wird zwischen Walbeck und Oberwiederstedt im Ölgrundteich gestaut und trieb "Radkünste" von Kunstschächten unterhalb des Wiederstedter Stolln bei Wiederstedt an. Zwei "Gestängekünste" für unter dem Todthügeler Stolln bauende Schächte bei Unterwiederstedt wurden von der Wipper angetrieben.

Auch nachdem Wasserräder von Dampfmaschinen und Elektromotoren abgelöst waren, blieben Kühl- und Prozesswasser für die Metallurgie unverzichtbar. Die metallurgischen Betriebe im Raum Hettstedt benötigten ca 100 m3 Brauchwasser / Tag (1982). Deshalb wurden die vorhanden Stauräume weiter genutzt.



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