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[126] Niewandtschacht
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Ehemalige Bergwerksanlage nördlich von Siersleben an der Straße Siersleben - Hettstedt. Abteufbeginn war 1866. Die Erzförderung endete 1913.

Objektbeschreibung

Südostseite der Halde des Niewandtschachtes (Foto: Dr. König)

Der Niewandtschacht diente zum Aufschluss der Kupferschieferlagerstätte im nördlichen Teil der Mansfelder Mulde. Zu dieser Bergwerksanlage gehörten die Schächte I und II.

Der Namensgeber dieser Schachtanlage, Justizrat Friedrich Niewandt (gest. 14.9.1880), war ein Hauptgewerkenbesitzer der Mansfelder Kupferschiefer bauenden Gewerkschaft.

Mit den Abteufarbeiten der Schächte I und II wurde gleichzeitig im Jahr 1866 begonnen. Die ursprüngliche Schachtbezeichnung „Sierslebener Anlage“ wurde im Jahr 1869 in „Niewandtschacht“ geändert. In Jahr 1871 wurden die Abteufarbeiten vorübergehend eingestellt, um mit einer Strecke die beiden Schächte miteinander zu verbinden. Ab dem Jahr 1872 wurde der Schacht II weiter abgeteuft. Durch einen Wassereinbruch im Jahr 1874, der im Gips des Werraanhydrits erfolgte, mussten die Abteufarbeiten für längere Zeit eingestellt werden. Erst durch Anwendung einer speziellen Technologie (Unterfahren der Schachtröhre mit einer Strecke, Anbohren der wassergefüllten Schachtröhre sowie Anzapfung und Abführung der Wässer in die Wasserhaltung) konnten im Jahr 1891 die Abteufarbeiten fortgeführt werden. In diesem Jahr wurde auch das Niveau der 4. Tiefbausohle erreicht. Das Niveau der 5. Sohle wurde im 1894 erreicht.

Der ca. 459 m tiefe Niewandtschacht I hatte Füllorte im Niveau des Schlüsselstollens und der 5. Sohle. Seine Röhre, die vollkommen ausgemauert war, hatte einen lichten Durchmesser von 4,80 m.

Der ca. 448 m tiefe Niewandschacht II besaß Füllorte im Niveau des Schlüsselstollens, der 2. Sohle und der 5. Sohle. Seine Röhre hatte einen lichten Durchmesser von 4,40 m.

Niewandtschächte I und II bei Siersleben, etwa um 1900 (Archiv Dr. König)

Die Erzproduktion erfolgte von 1892 bis zum 30.9.1913. Die maximale Belegschaftsstärke des Niewandtschachtes betrug in dieser Zeit ca. 2000 Mann.

Nach Einstellung der Erzförderung wurde er als Flucht-, Wetter- und Wasserhaltungsschacht genutzt.

Auf der Halde des Niewandtschachtes wurden zur DDR-Zeit Rückstände aus der Kupfermetallurgie abgelagert. In den Jahren 1950 und 1977 kam es zu Bränden im Bereich der Ausschlägehalde.



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