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Lieder und Gebete im Tagesablauf der Berg- und Hüttenleute
Gliederung:
Die Rolle des Gebetes
Das Schichtgebet im Mansfeldischen
Das Mansfelder Bergmannslied

Lieder und Gebete gehörten zum Tagesablauf der Berg- und Hüttenleute, so auch im Mansfedischen.

Aus den Mitteilungen des Vereins – Autor: Dr. Rudolf Mirsch (Mitteilung Nr. 78 - 6/2005)

Die Rolle des Gebetes

Die Bergarbeit, aber auch die Tätigkeiten in den Schmelzhütten waren nicht nur eines Mannes Sache. Vielfältige Gefahren, welche Berg- und Hüttenleute während ihrer Arbeit ausgesetzt waren, die Schwere der Arbeit und die stets notwendige Zusammenarbeit formten Kameradschaften, welche in anderen Berufszweigen in solch ausgeprägter Form nur selten zu finden sind. Der noch weit in die neuere Zeit vorherrschende Glaube an Kobolde und die Dunkelheit bei unvollkommener Beleuchtung am Arbeitsort verliehen der Arbeit zudem einen besonderen Charakter. Durch gemeinsames Singen und andächtiges Beten sollte sowohl drohendem Unheil gewehrt wie auch der Schwere des Berufes gedacht werden, die nach alten Überlieferungen so von Gott gewollt sein sollte und mit Ehrfurcht zu tragen war. Spezielle Gebet- und Gesangbücher enthielten in unterschiedlicher Qualität Lieder und Gebete für Berg- und Hüttenleute für alle Lebenslagen. Im Vorbericht eines solchen Gebetbuches aus dem Jahre 1705 heißt es in drastischer Form jedoch (leicht geändert) dazu: „Auch sei der Bergmann in nicht geringer Gefahr wegen der Bergteufel und allerhand Ungetüm, welche in der Finsternis herrschen, und in den Strecken herumfahren wie brüllende Löwen und suchen, wie sie die Arbeiter, wo sie nicht mit Gebet und Glauben verwahrt, verschlingen. .... wenn Not und Unglück sich auf den Zechen ereignet, wenn man mit hohen Kosten bauet, .... wenn ein Bruch erfolgen oder dergleichen Unglück vorfallen will, so kann man diesem allen mit andächtigem Gebet zuvorkommen und das Unglück abwenden“. In geeigneten Räumen in den Hüttenbetrieben, in Zechenhäusern oder Betstuben in den Bergrevieren sammelte man sich, um nach dem gemeinsamen Gebet gestärkt zur Arbeit zu gehen oder nach der Arbeitszeit den Heimweg anzutreten.


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