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[020] Die Harzwipper
Gliederung:
Objektbeschreibung
Zahlen und Fakten
Zeittafel

Die Harzwipper ist, neben Eine, Schlenze, Weida, Böse Sieben, Rohne, Gonna und Leine, einer von vielen vom Unterharz zur Saale abfließenden Bäche und kleinen Flüsse. Von ihrer Bedeutung in der Vergangenheit für die  Energiegewinnung für Bergbau und Hüttenwesen rangiert sie jedoch an erster Stelle. 

Objektbeschreibung

Mit einem Höhenunterschied von 38 m zwischen oberhalb Vatterode und unterhalb Hettstedt - Entfernung ca 10 km - sowie einem durchschnittlichen Abfluss von 1,39 m3/sek (1960/75) entsprechend 518 kw stellt die Harzwipper das größte Wasserkraftpotential des Kupferschieferreviers dar.

An der Wipper und an einem ca 20 m höher gelegenen rechten Zufluss, dem Möllendorfer oder Talbach, konzentrierten sich nachweislich seit dem 15. Jahrhundert zwischen Mansfeld bzw. Vatterode, Leimbach, Großörner, Burgörner und Hettstedt die metallurgischen Betriebe.

Bereits zu dieser Zeit wurde unterhalb Möllendorf ein Teich angelegt, dessen Hanggraben zu den Hütten in Mansfeld am rechten Ufer des Talbaches sich noch verfolgen lässt. Auch neben dem Festplatz der Stadt Mansfeld ist seine Fortsetzung erkennbar.

Für die Eckardthütte am Standort der alten Rabenhütte vor Leimbach im Wippertale (1859 - 1927) wurde oberhalb Vatterode ein Teich angelegt. Zur Überleitung von Aufschlagwasser aus dem Talbach wurde ein 1 km langer Stolln zur Eckardthütte getrieben, dessen Mundloch im Garten Friedensallee 31 Mansfeld sichtbar ist.

Erhalten auf dem Standort Kreuzhütte (bis 1870) am Kreisverkehr B 242/B86 sind Hüttengebäude und Radstube.

Von der Katharinenhütte Leimbach um 1560 Rohhütte, 1575-1686 Saigerhütte, im 19. Jahrhundert zum Pochen und Mahlen von Rohstein genutzt, sind einige Gebäude, Schlackenhalde, Reste der Wasserzuführung und Ausflussbauwerk des Unterwassers zwischen der B 86/242 und der Wipper erhalten.

Wipperwehr, Mühl- und Hüttengraben, Radstube für drei oberschlächtige Räder von 3,14 m Durchmesser, Unterwasserabfluss über den alten Wiesenmühlenstolln sind von der Wiesen/Gottesbelohnungshütte Großörner erkennbar.

Auch von der Kupferkammerhütte Burgörner kann der Hüttengraben vom Wipperwehr her verfolgt werden.

Als Ende des 19. Jahrhunderts Wasser als Energiequelle für die Metallurgie von Dampfkraft und Elektroenergie abgelöst wurde, blieb Brauchwasser für die metallurgischen Betriebe Kupfer-Silberhütte, Bessemerei/Elektrolyse, Walzwerk und Bleihütte unverzichtbar. Vorhandene Teiche und Gräben wurden weiter genutzt.

Eine wesentliche ganzjährige Stabilisierung der Brauchwasserversorgung wurde ab 1952 durch den Bau der Wippervorsperre bei Wippra erreicht, ehe 1968/69 der Anschluss der Betriebe an die Rappbode Fernwasserversorgung erfolgte. 

Auch Kunsträder zum Antrieb von Pumpen zur Wasserhebung aus unterhalb von Stollen liegenden Gruben wurden von der Wipper bzw. ihr zufließende Bäche angetrieben.

Im Ölgrunde zwischen Oberwiederstedt und Walbeck liegt der Ölgrundteich zur Wasserversorgung von Radkünsten der Tiefbaue unter dem Wiederstedter Stolln (1677 - 1797).

Auf der Höhe rechts der Wipper gegenüber Unterwiederstedt liegen Halden von Schächten, welche im 18./19. Jahrhundert mit Hilfe von Gestängekünsten Tiefbau unterhalb des Todthügeler Stolln betrieben. Die mittelschlächtigen Räder von 8,4 m Durchmesser und 1,18m Breite standen an der Wipper. Die von ihnen bewegten Feldgestänge schoben über ca 45 m Höhendifferenz 523 m bis zum 30. Lichtloch des Todthügeler Stolln und 250 m bis Schacht Anton. Mit ihrer Hilfe konnte man Tiefbaue 52 m bzw. 63 m unter dem Todthügeler Stolln wasserfrei halten. 




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