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[094] Flamme der Freundschaft in Hettstedt
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1974 errichtetes Denkmal, das an den Anschluss der Region an die Erdgasleitung „Nordlicht“ erinnert, über welche ab 1974 russisches Erdgas in das Walzwerk und die Kupfer-Silbe-Hütte in Hettstedt floss.

Objektbeschreibung

Denkmal „Flamme der Freundschaft“ in Hettstedt Ende des Jahres 2005 (Bildautor unbekannt)
Das Denkmal „Die Flamme“ erinnert an den Anschluss der großen metallurgischen Betriebe an die Erdgasleitung „Nordlicht“, über welche ab 1974 russisches Erdgas in das Walzwerk und die Kupfer/Silberhütte floss. Dieser Energieträgerwechsel war für die beteiligten Betriebe von großer wirtschaftlicher Bedeutung.

Das russische Erdgas besteht praktisch nur aus CH4. Wegen seiner Geruchlosigkeit wurde es odoriert, um evtl. austretendes Gas wahrzunehmen zu können. Das Erdgas war frei von Schwefel, was es besonders gut geeignet  für den Einsatz in den metallurgischen Prozessen des Walzwerkes machte.

Der Gaseinsatz führte zu einer Verminderung der Umweltbelastung (Wegfall der vagabundierenden Gase aus der Generatorgaserzeugung im Walzwerk und des Einleitens phenolhaltiger Abwässer dieses Prozesses direkt in die Wipper). Auch die körperlich schwere und gesundheitsgefährdende Arbeit des Bedienpersonals der Gasgeneratoren fiel weg.

Weitere positive Auswirkungen ergaben sich für die Stadt Hettstedt, da bereits 1974 der III. Wohnkomplex an das Erdgasnetz angeschlossen wurde. Wegen des  schon in den Betrieben anliegenden Erdgases war dann auch schon im Jahre  1992 eine unkomplizierte  Umstellung der gesamten Stadt, weg vom Stadtgas hin zum Erdgas, möglich.

1973 / 74 waren umfangreiche Vorbereitungen zu treffen, damit das Erdgas genutzt werden konnte. So musste zunächst, ausgehend vom heute noch in Betrieb befindlichen Untergrundspeicher Peißen, die Saale durchdükert und die Leitung bis in die Walbeck/Quenstedter Flur gelegt werden. Dieser „Umweg“ war deswegen erforderlich, weil zunächst auch das EHW Thale angeschlossen werden sollte und man deshalb den Verteilungspunkt nahe der Ortschaft Pfersdorf an der B 180 einrichtete.

Infolge der später eingetretenen Bezugsbeschränkungen durch den sowjetischen Exporteur wurde das EHW dann allerdings nicht mehr angeschlossen.

Im Walzwerk Hettstedt entstand auf dem Hüttenberg eine neue Übergabestation einschl. Odorierung. Auch die innerbetrieblichen Rohrleitungsnetze im Walzwerk und auf der Kupfer/ Silberhütte waren weitgehend zu erneuern.

Der erste Einsatz des Erdgases erfolgte am 17. Januar 1974 im Kesselhaus des Walzwerkes. Anschließend folgte in beiden Betrieben (Walzwerk und Kupfer-Silber-Hütte) schrittweise der Anschluss der metallurgischen Einrichtungen, denn nur dort durfte das nur  in beschränktem Umfang verfügbare Erdgas eingesetzt werden. Einzige Ausnahme war der Wärmeerzeuger Kesselhaus I des Walzwerks mit allerdings verhältnismäßig geringer Abnahmemenge.

Nach der Wende verfällt das Denkmal zusehends. 2006 gründet sich ein Förderverein zu seiner Erhaltung.



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