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[088] Klosterkirche St. Cyriakus in Wimmelburg
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Objektbeschreibung
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1130 begonnener Kirchenbau eines Benediktinerklosters in Wimmelburg; steht heute unter Denkmlaschutz.

Objektbeschreibung

Kloster Wimmelburg mit Klosterkirche (Foto u. Weißenborn)
Das Benediktinerkloster Wimmelburg wurde bereits um 1060/70, nahe der Wigmodeburg, erbaut und bestand dort bis zum Jahr 1121. In jenem Jahr wandte sich der Abt des Klosters, Milo, an den Bischof Reinhard von Halberstadt mit der Bitte, das Kloster von der üblen Lage auf der eines schwer zu ersteigenden Berges, wo es den Unbilden der Witterung ausgesetzt war und zum Zielpunkt häufiger feindlicher Angriffe wurde, an einen günstigeren Platz verlegen zu dürfen.

Da um 1070 die Wigmodeburg aufgegeben wurde, erfolgte vermutlich die Nutzung des Baumaterial der Wigmodeburg für den Neubau des Klosters Wimmelburg und demzufolge fand man später nur sehr wenig von der alten Burg auf dem Friedrichsberg.

Der Neubau des Klosters Wimmelburg wurde vom Bischof urkundlich mit allen Gütern und Einrichtungen bestätigt. Die Äbte durften sogar das Münzrecht (auch für das Eisleber Geld) ausüben, und im Jahre 1162 erhielten sie das Recht eine Mitra zu tragen.

Dem Kloster Wimmelburg waren Patronatsrechte und teilweise auch das Eigentum verschiedener Kirchen in Eisleben, Klein-Eisleben, Wimmelburg, Erwinsrode und Globigkau (letztere beiden wüst) übertragen worden. Der Besitz des Klosters war damit umfangreich.

Das Kloster entwickelte sich zu einem Wallfahrtsort, an dem Kranke, vor allem Epileptiker, sich Heilung erhofften. Eine silberne Glocke, das sogenannte „Cyriakus-Glöcklein“, hatte einen wundertätigen Ruf und wurde von den Mönchen für ihre Nebeneinkünfte schamlos ausgenutzt, indem sie den Wallfahrern, die Tag für Tag auf den Hügeln herum lagerten und vom Klange der Glocke Heilung von ihren geistigen Erkrankungen erhofften, manches Schock Groschen aus den Taschen gezogen. Martin Luther hat in seinen Predigten und Tischreden diese Torheit scharf getadelt: „Ich habe selbst als junger Mensch es gesehen, nicht fern von Eisleben, da war ein Ort, an dem St. Cyriakus gnädig war. Dahin pflegte man die Besessenen zu schicken, und es waren Mönche allda, sonderlich einer, der war ein Hurentreiber und Unflat und war gar nichts Gutes an ihm. Der gaukelte mit dem Teufel und legte den Besessenen den Finger ins Maul. Auch gebot er dem Teufel, dass er solle ausfahren, wenn man St. Cyriak Glöcklein läuten würde. Das tät der Schalk auch usf.“

Im Bauernkrieg 1525 wurde das Kloster gestürmt und geplündert. Bei dieser Plünderung wurden alle Urkunden, Briefe und Bücher vernichtet.

Nach einem verheerenden Brand am 10. Januar 1680 wurde auch die Klosterkirche zum größten Teil abgerissen und nicht wieder aufgebaut. Die heutige Kirche ist ein spärlicher Rest der ehemaligen romanische Basilika, deren Grundstein vermutlich im Jahre 1130 gelegt und die im Hirsauer Stil erbaut wurde.

Nach der Säkularisierung wurde aus dem Kloster ein Wirtschaftshof. Die spätere Domäne war längere Zeit im Besitz des Prinzen Ferdinand von Preußen. Nach 1945 wurde aus der Domäne eine LPG, und heute stehen die Kirche, das Herrenhaus sowie der ehemalige Kapitelsaal unter Denkmalsschutz.



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